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Turns und kein Ende?

Aktuelle Tendenzen in Germanistik und Komparatistik

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Edited By Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou, Evi Petropoulou and Katerina Karakassi

Der Band setzt sich kritisch mit «Cultural Turns» allgemein auseinander und lotet deren Anwendungsmöglichkeiten vom «post-imperial», über den «ecocritical» bis hin zum «economical turn» aus. Dabei zeigt sich das innovative Potenzial der Turns, aber auch die Notwendigkeit, sie epistemisch in den Einzeldisziplinen zu verankern. Die Symbiose der «Cultural Turns» mit Literaturwissenschaft und Komparatistik scheint etabliert zu sein. Transdisziplinarität und Kombinationen wie «Postkoloniale Germanistik» sind selbstverständlich, und die Komparatistik untersucht Diachronie und Synchronie von jeglichen Wissenssystemen. Die Beiträger nehmen sich den Umstand, dass sich Einzelphilologien und Komparatistik unter dem Vorwurf der Orientierungslosigkeit dennoch in einer Dauerkrise befinden, zum Anlass für eine Bestandsaufnahme.

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Philologische Erkenntnis in den Kulturwissenschaften? (Rolf-Peter Janz)

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Rolf-Peter Janz1

Philologische Erkenntnis in den Kulturwissenschaften?

Abstract: Proceeding from Peter Szondi’s reflections on hermeneutics, the essay addresses the question of what literary studies have in common with cultural studies and what keeps these two fields separate from each other. In this context, I present four areas of inquiry that have been tackled quite thoroughly in recent years: the Other, the languages of emotion, laughter, and the relation of text to image.

Einleitung

Im Anschluss an Friedrich Schleiermacher hat der Komparatist und Germanist Peter Szondi einige Grundsätze der Hermeneutik formuliert. Sie geben darüber Auskunft, wie das Interpretieren von literarischen Texten sich im Idealfall vollzieht. Ich muss hier die Frage übergehen, ob und wie sich das Verstehen literarischer Texte von dem theologischer und juristischer Texte unterscheidet, und konzentriere mich auf die Literaturwissenschaft und die Komparatistik. Zwar liegen die ersten Überlegungen Szondis mehr als fünfzig Jahre zurück, ich meine aber, dass sie auch heute noch ein hohes Maß an Relevanz besitzen. (Szondi 1975, 1978) Verstehen, das wusste neben Schleiermacher auch Wilhelm von Humboldt, schließt immer auch Nicht-Verstehen ein. Das Interpretieren von Texten lässt sich als die Aneignung eines Fremden begreifen, das nicht leicht zugänglich ist. Diese Aneignung wird gelegentlich auch als Entschlüsselung gefasst, die keineswegs immer gelingt. Besonders dann nicht, wenn es sich um literarische Texte handelt, die schon aufgrund ihrer ästhetischen Verfasstheit mehrdeutig sind. Mehrdeutig sind zweifellos aber auch juristische oder biblische Texte. Ihnen gegen...

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