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Turns und kein Ende?

Aktuelle Tendenzen in Germanistik und Komparatistik

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Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou, Evi Petropoulou and Katerina Karakassi

Der Band setzt sich kritisch mit «Cultural Turns» allgemein auseinander und lotet deren Anwendungsmöglichkeiten vom «post-imperial», über den «ecocritical» bis hin zum «economical turn» aus. Dabei zeigt sich das innovative Potenzial der Turns, aber auch die Notwendigkeit, sie epistemisch in den Einzeldisziplinen zu verankern. Die Symbiose der «Cultural Turns» mit Literaturwissenschaft und Komparatistik scheint etabliert zu sein. Transdisziplinarität und Kombinationen wie «Postkoloniale Germanistik» sind selbstverständlich, und die Komparatistik untersucht Diachronie und Synchronie von jeglichen Wissenssystemen. Die Beiträger nehmen sich den Umstand, dass sich Einzelphilologien und Komparatistik unter dem Vorwurf der Orientierungslosigkeit dennoch in einer Dauerkrise befinden, zum Anlass für eine Bestandsaufnahme.

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Zurück in die Zukunft. Zur Erfindung mittelalterlichen Erzählens aus den Mehrdeutigkeiten seines Mediums (Joachim Theisen)

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Joachim Theisen1

Zurück in die Zukunft. Zur Erfindung mittelalterlichen Erzählens aus den Mehrdeutigkeiten seines Mediums

Abstract: Medieval literature is inventing itself from the uncertainties of its genres and the multiple ambiguities of language. To support this thesis, I shortly go into the difficulty to define the ‚truth‘ of a text, before I discuss a few documents of the German narrative literature of the Middle Ages. The turn I am proposing is a double U-turn, which will result in making literary sciences and linguistics more friendly towards the recipient.

Ein Journalist soll Picasso einmal gefragt haben, welche Botschaft er denn mit seiner Art zu malen übermitteln wolle. Picasso habe geantwortet: „Ich überbringe keine Botschaften. Ich bin Maler und kein Postbote.“ – Auch wenn es nicht so gewesen ist, so ist es doch sehr treffend erfunden.

Tatsächlich waren aber die allermeisten Maler und sonstigen Künstler seit Menschengedenken nichts anderes als Postboten, zumal sich nur sehr ungleichgewichtige Gesellschaften (mit einer Masse Armen und nur ganz wenigen Reichen) Künstler in Picassos Verständnis überhaupt leisten konnten und nach wie vor können: Immerhin muss es ja jemanden geben, der dafür bezahlt, und was bekommt er dafür? Irgendetwas Unverständliches ist nicht sehr attraktiv, und Horizonterweiterung? Auch die muss man sich zwischen allen Sorgen des Alltags erst mal gönnen können. „Ich will was für mein Geld!“ ist in jedem Supermarkt und war schon auf jedem Marktplatz eine sehr...

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