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Turns und kein Ende?

Aktuelle Tendenzen in Germanistik und Komparatistik

Series:

Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou, Evi Petropoulou and Katerina Karakassi

Der Band setzt sich kritisch mit «Cultural Turns» allgemein auseinander und lotet deren Anwendungsmöglichkeiten vom «post-imperial», über den «ecocritical» bis hin zum «economical turn» aus. Dabei zeigt sich das innovative Potenzial der Turns, aber auch die Notwendigkeit, sie epistemisch in den Einzeldisziplinen zu verankern. Die Symbiose der «Cultural Turns» mit Literaturwissenschaft und Komparatistik scheint etabliert zu sein. Transdisziplinarität und Kombinationen wie «Postkoloniale Germanistik» sind selbstverständlich, und die Komparatistik untersucht Diachronie und Synchronie von jeglichen Wissenssystemen. Die Beiträger nehmen sich den Umstand, dass sich Einzelphilologien und Komparatistik unter dem Vorwurf der Orientierungslosigkeit dennoch in einer Dauerkrise befinden, zum Anlass für eine Bestandsaufnahme.

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Neuverhandlung des „postkolonialen Blicks“: Vorschläge für postkoloniale Studien vor dem weltgeschichtlichen Horizont (Monika Albrecht)

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Monika Albrecht1

Neuverhandlung des „postkolonialen Blicks“: Vorschläge für postkoloniale Studien vor dem weltgeschichtlichen Horizont

Abstract: The essay expands the author’s previous critique of postcolonial studies and challenges core tenets of the field from a different angle. The main new argument is that, if we want ‚the postcolonial‘ to be a global phenomenon, postcolonial studies must explore also parts of the globe that are so far white spots on the mainstream postcolonial map.

Einleitung: Zur Normalisierung des „postkolonialen Blicks“

Bereits in den frühen 1990er Jahren hat die Komparatistin Susan Bassnett das Erscheinen des Begriffs postkolonial in den Literaturwissenschaften als eine der bedeutendsten Entwicklungen des 20. Jahrhunderts bezeichnet (Bassnett, 76). Heute wird auch im deutschsprachigen Raum davon ausgegangen, dass sich der Postkolonialismus etabliert hat und eine produktive Herausforderung etwa für das Selbstverständnis der kulturwissenschaftlichen Germanistik darstellt (Dürbeck/Dunker, 9). In der anglophonen Welt scheint darüber hinaus Einigkeit zu herrschen, dass die postkoloniale Theorie – so zumindest die Website des Departments für Postcolonial Theory & Literary Studies der University of California, Los Angeles – die Literaturwissenschaft in den letzten drei Jahrzehnten grundlegend verändert hat. Der im Prinzip wertneutrale Begriff ‚Veränderung‘ suggeriert allerdings regelmäßig Erneuerung und Ersetzung von Überholtem und Veraltetem – als ob Veränderung nicht nur potentiell, sondern notwendig Fortschritt und Verbesserung mit sich bringen würde. Was genau bedeutet jedoch in diesem Kontext „grundlegend verändert“? Hat die postkoloniale Theorie und Praxis die Situation der Literaturwissenschaft...

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