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Die deutschen Friedensnobelpreiskandidaten im Kaiserreich 1901–1918

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Thomas Sirges

Der Friedensnobelpreis ist weltweit der renommierteste Friedenspreis. Bislang hat sich die Forschung auf die Preisträger konzentriert und den Konkurrenten nur bei strittigen Entscheidungen größere Beachtung geschenkt. Neben den Konkurrenten verzeichnen die Bewerberlisten eine beachtliche Zahl von Außenseitern, deren Wirken kaum vermuten lässt, dass sie einmal für den Friedensnobelpreis nominiert waren. Beide Gruppen – Konkurrenten und Außenseiter – müssen als ein bislang unerforschter Teil der Geschichte des Friedensnobelpreises gelten. Das Buch stellt die deutschen Kandidaten von 1901 bis 1918 vor, beleuchtet die Hintergründe und Begleitumstände ihrer Kandidatur und sucht nach einer Antwort auf die Frage, warum kein Deutscher im Kaiserreich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist.

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1. Kandidaten

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Von 1901 bis 1918 sind insgesamt 520 Kandidatenvorschläge – einschließlich der mehrfach nominierten Kandidaten – an das Nobelkomitee eingesandt worden. Davon entfielen 407 auf Personen und 113 auf Organisationen und Institutionen. Durchschnittlich konnte also das Nobelkomitee pro Jahr aus 29 Kandidaten den oder die Friedensnobelpreisträger auswählen. Für deutsche Kandidaten – wiederum einschließlich der mehrfach nominierten Kandidaten – wurden in diesem Zeitraum 39 Vorschläge, die 32 Mal Personen und sieben Mal Organisationen bzw. Institutionen galten, eingereicht. Im Durchschnitt wurden also 2,2 Vorschläge pro Jahr für deutsche Kandidaten abgegeben. Insgesamt waren das 7,5 % aller Nominierungen. Auf französische und britische Kandidaten entfielen jedoch jeweils rund doppelt so viele Vorschläge. Das Deutsche Reich war also gemessen an der Bevölkerungszahl von 64,9 Millionen um 1910 gegenüber 39,6 Millionen in Frankreich und 40,8 Millionen in Großbritannien deutlich unterrepräsentiert:

Tab. 1: Kandidaten für den Friedensnobelpreis 1901–1918 (N=Numerus; P=Person(en); I=Institution(en)/O=Organisation(en))1

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