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Die deutschen Friedensnobelpreiskandidaten im Kaiserreich 1901–1918

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Thomas Sirges

Der Friedensnobelpreis ist weltweit der renommierteste Friedenspreis. Bislang hat sich die Forschung auf die Preisträger konzentriert und den Konkurrenten nur bei strittigen Entscheidungen größere Beachtung geschenkt. Neben den Konkurrenten verzeichnen die Bewerberlisten eine beachtliche Zahl von Außenseitern, deren Wirken kaum vermuten lässt, dass sie einmal für den Friedensnobelpreis nominiert waren. Beide Gruppen – Konkurrenten und Außenseiter – müssen als ein bislang unerforschter Teil der Geschichte des Friedensnobelpreises gelten. Das Buch stellt die deutschen Kandidaten von 1901 bis 1918 vor, beleuchtet die Hintergründe und Begleitumstände ihrer Kandidatur und sucht nach einer Antwort auf die Frage, warum kein Deutscher im Kaiserreich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist.

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4. Wilhelm Foerster

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Das Eine nur könnte man heut schon als einen Zukunftsgedanken aussprechen, daß nämlich eine bloße Macht- und Eroberungs-Politik auf Erden […] keine Aussicht auf irgend eine Dauer mehr hat und daß eine solche Politik, zeitweise ausgerüstet mit allen Macht- und Zerstörungs-Mitteln, doch in absehbarer Zeit zusammenbrechen wird und muß; denn ein Zustand, in welchem dauernd aus den Wolkenhöhen und aus den Wassertiefen Zerstörungswirkungen drohen können, wäre für die Menschheit so unerträglich, daß er entweder in einem sittlichen Chaos oder in einer absolut-einmütigen, unwiderstehlichen Befreiungs- und Heilungs-Aktion enden würde. (Wilhelm Foerster 1915)1

Wilhelm (Julius) Foerster (1832–1921), geboren im schlesischen Grünberg (Königreich Preußen), war ein bedeutender Astronom und einflussreicher Wissenschaftsorganisator.2 Von 1865 bis 1903 amtierte er als Direktor der Berliner Sternwarte, die er umfassend technisch modernisierte. Auf seinen Vorschlag hin erfolgte 1870 die Gründung des Geodätischen Instituts in Berlin und 1874 des Astrophysikalischen Observatoriums in Potsdam. Seit 1870/71 leitete Foerster die oberste Eichbehörde im Deutschen Reich. Als deutscher Repräsentant hatte er großen Anteil an dem Abschluss der Meterkonvention von 1875. Von 1891 bis 1920 präsidierte er dem Internationalen Komitee für Maße und Gewichte. In den Jahren 1888/89 gab Foerster den Anstoß zur Gründung der bis heute in Berlin bestehenden Gesellschaft Urania, die sich mit großem Erfolg die Verbreitung von naturwissenschaftlichem Wissen durch allgemeinverständliche Vorträge und anschauliche Experimente zur Aufgabe...

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