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Die deutschen Friedensnobelpreiskandidaten im Kaiserreich 1901–1918

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Thomas Sirges

Der Friedensnobelpreis ist weltweit der renommierteste Friedenspreis. Bislang hat sich die Forschung auf die Preisträger konzentriert und den Konkurrenten nur bei strittigen Entscheidungen größere Beachtung geschenkt. Neben den Konkurrenten verzeichnen die Bewerberlisten eine beachtliche Zahl von Außenseitern, deren Wirken kaum vermuten lässt, dass sie einmal für den Friedensnobelpreis nominiert waren. Beide Gruppen – Konkurrenten und Außenseiter – müssen als ein bislang unerforschter Teil der Geschichte des Friedensnobelpreises gelten. Das Buch stellt die deutschen Kandidaten von 1901 bis 1918 vor, beleuchtet die Hintergründe und Begleitumstände ihrer Kandidatur und sucht nach einer Antwort auf die Frage, warum kein Deutscher im Kaiserreich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist.

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12. Emil Strauss

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Meine Erfindung hat, abgesehen von ihrem physikalisch-technischen Werthe, auch eine idealistische Bedeutung. Wenn nämlich, wie feststeht, die besten Verkehrsmittel zugleich die besten Mittel zur geistigen Hebung der Völker sind, so dürfte mithin meine Erfindung geeignet erscheinen, um in den Annalen der Völkerverbrüderung einen Platz zu finden. (Emil Strauss 27. Januar 1902)1

Emil Strauss (1847–?), Sohn eines Guts- und Mühlenbesitzers in Pfaffendorf bei Cöthen (Herzogtum Anhalt), war gelernter Möbeltischler, hatte sich aber ausweislich seines handgeschriebenen Lebenslaufs auf die Entwicklung “von patentfähigen mechanisch-technischen Neuheiten”2 verlegt und sich schließlich ganz “der Lösung größerer physikalisch-technischer Probleme”3 gewidmet. Strauss, der sich selbst als Ingenieur bezeichnete, hatte sich mit der “Vergasung flüssiger Brennstoffe”4 befasst und tatsächlich eine Reihe von Patenten u.a. in den USA angemeldet.5 In einem Prospekt zu dem Patent einer sicheren, sparsamen und weitgehend wartungsfreien Petroleum-Gas-Heizung, die vor allem für die Verwendung in Pferdebahn-Wagen vorgesehen war, hieß es:

Die in verschiedenen Staaten patentirte Petroleum-Gas-Heizung ist anwendbar bei Eisenbahn, Pferdebahn, electrische Straßenbahn, Kutsch-, Straßenpost-, Geschäfts- etc. Wagen, ebenso für Wohn-, Geschäfts-, Kranken- und Schulzimmer, wie auch Weinkeller, sowie für häusliche und gewerbliche Zwecke etc. etc.6

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