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Privatrechtstheorie und Wirtschaft von 1967 bis 1982

Unter besonderer Berücksichtigung der Kartellrechtsgeschichte

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Julia Christine Klix

Die Autorin untersucht das Wechselspiel zwischen Privatrechtstheorie und Wirtschaft anhand des Wettbewerbsrechts der Bonner Republik. Im Mittelpunkt stehen gestörte Vertragsparitäten unter Unternehmen, Privatautonomie und Wettbewerb von 1967 bis 1982. Die Untersuchung zeigt die umfangreiche Privatrechtsdiskussion zusammen mit der Kartellrechtsdiskussion um die Gesetzgebungspraxis und der Privatrechtstheorie. Für die Privatrechtstheorie ergibt dieses Wechselspiel ungeachtet unterschiedlicher politischer Lager und gesellschaftlicher Prämissen allgemeingültige Bezugsrahmen: Überlagerung durch Wirtschaftsrecht, Analyse einzelner Rechtsinstitute und Materialisierung des Formalrechts sind drei Gesichtspunkte, unter denen Privatrecht funktionalisiert werden müsse.

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Fünfter Teil: Übereinstimmung der Meinungslager

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Fünfter Teil: Übereinstimmung der Meinungslager

Der Diskurs zwischen den in Bezug genommenen Rechtswissenschaftlern wurde bereits im zweiten Teil unter IV. 7. thematisiert. Über die bereits vorgestellte Skizze hinaus soll nun die gemeinsame Entwicklungslinie des Rechts Meinungslager übergreifend behandelt werden. In der ersten Nachkriegszeit erfolgen zunächst ideengeschichtliche Wiederauflagen. Insbesondere inhaltliche Wiederauflagen von bereits erarbeiteten wissenschaftlichen Thesen einzelner Rechtswissenschaftler aus den frühen 1930er Jahren, die sich unterschiedlich durchsetzen und in den wissenschaftlichen Diskurs eingehen. Einerseits ist die Freiburger Schule paradigmatisch, anderseits wegen ihrer Sonderstellung für den Diskurs und die Rechtspolitik wiederum nur bedingt zur Verdeutlichung des Folgenden heranzuziehen. Für die Zeit ab 1967 werden ohnehin die „Antinomien des Freiheitsbegriffs im Rechtsbild des Ordoliberalismus“ betont, wie ein Schüler Raisers, Uwe Runge, 1969 seine Dissertation betitelt.636 Die wissenschaftliche Wiederauflage und Weiterentwicklungen des Ordoliberalismus erfolgten größten Teils bis zur Großen Koalition (ab Dezember 1966) bzw. 1968, von politischer Seite schwächte sich das Interesse an dieser Lehre ab und die neoliberalen Rechtswissenschaftler der zweiten Generation distanzieren sich von einzelnen radikalen Formulierungen bei Franz Böhm.637 Auf Ludwig Raiser stößt der Leser nicht nur in dieser Untersuchung allenthalben, sondern ebenfalls im Zusammenhang mit den Thesen anderer Rechtswissenschaftler, die erstmals in den frühen 1930er Jahren aufgestellt wurden. Raiser greift diese auf, stellt die Thesen für sich auf den Prüfstand und bezieht Stellung, die er nicht selten ablehnend, jedoch wohlbegründet seinerseits in den Diskurs steuert, so dass Ballerstedt, B...

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