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Unternehmerische Freiheit in deutscher KGaA und britischer PLC

Eignet sich die PLC als Rechtsformalternative für börsenwillige Familienunternehmen in Deutschland?

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Eric Becker

Noch Anfang 2016 waren tausende Unternehmen mit britischer Rechtsform in Deutschland im Handelsregister eingetragen. Die britische «Public Limited Company» (PLC) ist unter diesen allerdings die Ausnahme geblieben. Dieses Buch stellt einleitend die möglichen Auswirkungen eines «Brexit» auf britische Auslandsgesellschaften dar. Im Hauptteil erörtert der Autor anschließend eine mögliche Verwendung der britischen PLC anstelle der deutschen «Kommanditgesellschaft auf Aktien» (KGaA). Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Vergleich der Binnenverfassung beider Rechtsformen. Ähnlichkeiten zeigen sich in den Bereichen der Satzungsgestaltung und der unternehmerischen Mitbestimmung.

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Einleitung

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Die rechtliche Zulässigkeit der Verwendung einer britischen public limited company (PLC) als Rechtsform für deutsche Unternehmen hat bis zum britischen EU-Referendum vom 23. Juni 2016 kaum jemand, der im internationalen Gesellschaftsrecht bewandert ist, in Frage gestellt.1 Mit den Entscheidungen Centros (1999), Überseering (2002) und Inspire Art (2003) des Europäischen Gerichtshofs2 wurden die nationalen Grenzen für EU-Auslandsgesellschaften geöffnet und längst hat sich diesem Kurs auch der Bundesgerichtshof angeschlossen.3 Noch Anfang 2016 waren tausende Unternehmen mit britischer Rechtsform in Deutschland aktiv.4 Auch wenn die börsenfähige PLC darunter die absolute Ausnahme darstellt,5 hat die Fluggesellschaft Air Berlin sich doch für diese Rechtsform entschieden und ihre Aktien im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notieren lassen.

Am 23. Juni 2016 haben die Briten dann mit einer knappen Mehrheit von 51,9 Prozent für einen EU-Austritt des Vereinigten Königreichs (Brexit) gestimmt. Sollte es – wie von der seit dem 13. Juli 2016 amtierenden Premierministerin Theresa May angekündigt – zu einem Brexit kommen,6 könnten sich die Vorzeichen im Gesellschaftsrecht ändern. Im ungünstigsten Fall würde den ← 15 | 16 → im Vereinigten Königreich gegründeten Gesellschaften ab dem Tag des Austritts die Anerkennung in Deutschland versagt. Es wird längst dazu geraten, englische Auslandsgesellschaften mit effektivem Verwaltungssitz in Deutschland in deutsche Rechtsformen zu überführen.7 Auch die Aktionäre von Air Berlin wurden vor einer möglichen persönlichen Haftung gewarnt, sollte die Rechtsprechung zur Sitztheorie zurückkehren.8 Unter...

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