Show Less
Restricted access

Neue Aramäische Studien

Geschichte und Gegenwart

Series:

Edited By Dorothea Weltecke

Dieser Sammelband zeichnet die Konstituierung und erste Arbeitsphase der Forschungsstelle für Aramäische Studien nach. Die Aufsätze gehen aus unterschiedlichen Veranstaltungen hervor. Sie spiegeln die Forschungsinteressen der aramäischen Initiatoren wieder, die im Vergleich zu den traditionellen syrischen Forschungen in Deutschland neue inhaltliche Themen insbesondere aus Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft beleuchten. Prominente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie junge Autorinnen und Autoren bearbeiten Themen von der Antike bis zur Gegenwart. Viele Beiträge wurden von Aramäern verfasst. Der Band möchte zur Weiterentwicklung der syrischen Studien und zu ihrer Verankerung in neuen wissenschaftlichen Disziplinen beitragen.

Show Summary Details
Restricted access

Syrer am Kalifenhof in Bagdad (Gotthard Strohmaier)

Extract

| 83 →

Gotthard Strohmaier

Syrer am Kalifenhof in Bagdad

Abstract: Christian and Pagan Syrians played an outstanding role as scholars and physicians at the court of the Abbasid Caliphate. Further, they translated important works of medicine, natural science and philosophy from Greek to Syrian and Arabic, e.g. the works of Galen and Aristotle, and thus initialized the Golden Era of Arabic scientific work.

In der gegenwärtigen Forschung ist es zum Problem geworden, warum in der abbasidischen Hauptstadt eine weitgefächerte und intellektuell hochstehende arabische Rezeption griechischer Wissenschaft und Philosophie einsetzte, wie sie zuvor unter den Omaijaden nicht zu beobachten ist. Dazu liegen heute zwei gründliche Untersuchungen vor, die sich in ihren Erklärungsversuchen sehr unterscheiden. Dimitri Gutas hebt die Rolle eines persischen Erbes am Hof in Bagdad hervor und vermutet, dass hier ein Element alter sassanidischer Ideologie weiterlebte, das sich in dem Bestreben äußerte, die Schätze des Wissens, die ihnen der verderbliche Alexander der Große geraubt hätte, nunmehr wieder in den Orient heimzuholen.1 Viel näher lag jedoch m. E. der allgemein menschliche Drang nach Wissen, der auf jeden Fall stärker gewesen sein dürfte als das Bestreben, es den iranischen Vorfahren gleichzutun, und hinzu kam die sich allmählich durchsetzende Erkenntnis, dass bei den Griechen davon das Meiste zu lernen sei. Die Repräsentanten dieser Erkenntnis lebten unter der Protektion des Abbasidenhofes in der Hauptstadt nebenan. Es waren christliche und heidnische syrische Intellektuelle, mit denen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.