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Unternehmensrisiko Arbeitssucht

Managementherausforderungen und Aktionsleitfaden für die Praxis

Ulrike Emma Meißner

Das Unternehmensrisiko Arbeitssucht ist in der Betriebs- und Personalwirtschaft ein unterschätztes Risiko, welches sich zu einer existenziellen Gefährdung eines Betriebes entwickeln kann. Diese empirische Studie befragt erstmalig im deutschsprachigen Raum Arbeitssüchtige über Arbeitssuchtindizien und deren Auswirkungen auf Unternehmen. Die Autorin erhebt ebenso die betrieblichen Rahmenbedingungen, die Einfluss auf die Krankheit haben. Eine abgeleitete Risikoanalyse verdeutlicht das Risikopotential von Workaholism und dessen Managementherausforderungen. Der praxisorientierte Aktionsleitfaden zeigt Identifizierungsmöglichkeiten von Arbeitssüchtigen auf und gibt Führungskräften pragmatische Handlungsempfehlungen. Das Phänomen Arbeitssucht wird somit im betrieblichen Alltag fassbar.

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3. Personalrisikomanagement in Bezug auf Arbeitssucht

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Aufgrund betriebswirtschaftlicher Erfolgsinteressen gehört es zur Kernaufgabe eines Unternehmens, potentielle Risiken zu identifizieren und Gegenmaßnahmen zu entwickeln, um Wertschöpfungsverluste abzuwenden bzw. zu minimieren. Die in diesem Zusammenhang notwendige Auseinandersetzung mit Personalrisiken erfolgte bisher in den klassischen Risikomanagementsystemen äußerst rudimentär. Die Wichtigkeit der Pflege und Entwicklung des Humanvermögens, welches für die Erwirtschaftung des Unternehmenserfolgs beschäftigt ist, wird unterschätzt.

Risiken müssen im Rahmen des Risikomanagements definiert, erfasst, kontinuierlich bewertet und über Kontrollmechanismen überwacht werden. „Als Risikomanagement bezeichnet man die Gesamtheit aller Maßnahmen, mit denen Gefahren einer Erfolgsminderung identifiziert, abgeschwächt und das Eintreten von Schadensfällen verhindert bzw. deren Auswirkungen abgeschwächt werden sollen.“ (Hochrein 1999, S. 20). Es ist die Aufgabe der Unternehmensleitung, die Risikostrategie des Unternehmens zu definieren und ein funktionsfähiges Risikomanagementsystem einzurichten (vgl. Gerke 2003, S. 26, vgl. Lück 1998, S. 8). Ein wirksames Risikomanagement setzt dabei ein weitergehendes Risikobewusstsein bei den Mitarbeitern sowie eine entsprechende unternehmensspezifische Risikokultur voraus (vgl. Hochrein 1999, S. 13 f.). Unter Risiko wird „… die Möglichkeit der Gefahr von Verlusten im Rahmen der Geschäftstätigkeit, d.h. des negativen Abweichens der Unternehmensentwicklung von geplanten Größen verstanden, ursachenbezogen resultierend aus der generellen Unsicherheit zukünftiger Ereignisse, verbunden mit einem unvollständigen Informationsstand.“ (vgl. Bitz 2000, S. 13).

Da Risiken die Unternehmensziele gefährden, leiten sie sich unmittelbar von ihnen ab. Bei der Risikoidentifikation und -bewertung sollen die aus dem Umfeld auf das Unternehmen wirkenden sowie...

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