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«Els catalans a l’Àfrica» – Die Rolle des Spanisch-Marokkanischen Kriegs von 1859/60 im katalanischen Identitätsdiskurs des 19. Jahrhunderts

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Ina Kühne

Die Autorin untersucht die Bedeutung des Ersten Spanisch-Marokkanischen Kriegs (1859–1860) im katalanischen Identitätsdiskurs des 19. Jahrhunderts. Sie analysiert, wie der Krieg die Herausbildung einer eigenständigen, katalanischen kulturnationalen Identität förderte. Die Studie weist auf der Grundlage bisher weitgehend unerschlossener Texte nach, dass die katalanischen Schriftsteller jener Zeit gezielt versuchten, das Massenereignis des Kriegs zu nutzen, um katalanische nationale Mythen und Symbole in der Bevölkerung zu verbreiten und dadurch zur Konstruktion einer katalanischen nationalen Identität beizutragen. Der politische Katalanismus des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts greift auf diese Identität zurück.

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2.7 Die emotionale Bindung der Katalanen an Katalonien und ihr Verhältnis zum spanischen Staat

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In allen analysierten Werken katalanischer Autoren wird die enge emotionale Bindung der Katalanen an ihr Vaterland Katalonien deutlich. Zahlreiche Schriftsteller konstatieren, dass die katalanischen Freiwilligen nicht nur für den spanischen Staat, sondern vor allem für die Ehre Kataloniens bzw. Barcelonas kämpfen. Ihr Schlachtruf ist daher häufig „¡Viva Catalunya!“621 (Ferrer i Fernández 1860d: 100f.) In „Los voluntaris catalans“622 von Víctor Balaguer hofft ein fiktiver Poet, dass Gott das Schiff, das die katalanischen Freiwilligen nach Afrika bringt, beschützt, da diese die Ehre Kataloniens verkörpern: „Oh barco, Dèu t’ampare, que l’honra portas tu de Catalunya!“623 (Balaguer 1860a: 76) In dem Theaterstück Minyons, ja hi som!624 von Ferrer i Fernández äußert einer der katalanischen Freiwilligen, dass sie sich auf keinen Fall unehrenhaft zeigen dürften, da sie die Ehre Kataloniens in ihren Händen hielten: „No vull quen’s vejan dolents/ ja que s’troba en nostras mans/ la honra dels catalans,/ que es un poble de valents.“625 (Ferrer i Fernández 1860c: 67) Die katalanischen Freiwilligen repräsentieren im Afrika-Krieg Katalonien und tun alles, um sich als würdige Soldaten ihres Vaterlands zu erweisen. So berichtet im Theaterstück ¡Ja tornan!626 ein katalanischer Soldat bei seiner Rückkehr nach Barcelona: „Nostra sanch ha rajat sense plányers/ per ser dignes soldats catalans“627 (Ferrer i Fernández 1860d: 105). Am deutlichsten bringt der katalanische Freiwillige Jordi aus dem Theaterstück Ja hi van al...

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