Show Less
Restricted access

«Els catalans a l’Àfrica» – Die Rolle des Spanisch-Marokkanischen Kriegs von 1859/60 im katalanischen Identitätsdiskurs des 19. Jahrhunderts

Series:

Ina Kühne

Die Autorin untersucht die Bedeutung des Ersten Spanisch-Marokkanischen Kriegs (1859–1860) im katalanischen Identitätsdiskurs des 19. Jahrhunderts. Sie analysiert, wie der Krieg die Herausbildung einer eigenständigen, katalanischen kulturnationalen Identität förderte. Die Studie weist auf der Grundlage bisher weitgehend unerschlossener Texte nach, dass die katalanischen Schriftsteller jener Zeit gezielt versuchten, das Massenereignis des Kriegs zu nutzen, um katalanische nationale Mythen und Symbole in der Bevölkerung zu verbreiten und dadurch zur Konstruktion einer katalanischen nationalen Identität beizutragen. Der politische Katalanismus des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts greift auf diese Identität zurück.

Show Summary Details
Restricted access

Teil IV: Der katalanische Kolonialismusdiskurs und der katalanische Identitätsdiskurs von 1860 bis 1939

Extract



Nachdem herausgearbeitet wurde, wie die katalanischen Autoren in der Literatur zum Ersten Spanisch-Marokkanischen Krieg katalanische nationale Identität konstruieren, sollen im Folgenden die Einstellung der Katalanen zum Friedensvertrag von Wad-Ras, der den Afrika-Krieg beendete, und ihre rückblickende Einschätzung des Kriegs sowie weitere politische Ziele der Katalanen, die mit dem Kolonialismus in Nordafrika in Verbindung standen, dargelegt werden. Des Weiteren soll der Einfluss eines bedeutenden Autors, der Literatur zum Ersten Spanisch-Marokkanischen Krieg verfasste (Frederic Soler), auf die Herausbildung des ersten politischen Katalanismus, der die vollständige Autonomie Kataloniens zum Ziel hatte, verdeutlicht werden. Zudem wird die Erinnerungspolitik skizziert, mit der die katalanische Provinzverwaltung den Afrika-Krieg von 1859–1860 im historischen Gedächtnis der katalanischen Bevölkerung zu verankern beabsichtigte. Schließlich wird anhand von anderen bedeutenden Ereignissen – kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Spanien und Marokko und der Einrichtung des Protektorats Spanisch-Marokko – auf die Haltung der Katalanen zur weiteren Entwicklung des spanischen Kolonialismus in Afrika eingegangen, wobei herausgestellt wird, wie der spanische Afrika- bzw. Kolonialismusdiskurs auch in dieser Zeit für den katalanischen Identitätsdiskurs nutzbar gemacht wurde. Abschließend wird erläutert, wie der Spanische Bürgerkrieg (1936–1939) die Marokko-Thematik erneut aufkommen ließ, da der Militärputsch Francisco Francos gegen die Zweite Spanische Republik (1931–1936 bzw. 1939) von Marokko ausging. Damals waren die Katalanen sogar bereit, sich mit den marokkanischen Nationalisten gegen die franquistischen Truppen zu verbünden, was allerdings nicht zum Erfolg führte. Während des Franquismus waren Manifestationen der katalanischen Identität oder katalanischer...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.