Show Less
Restricted access

Das Täterbild in der Überlebenden-Literatur

Ein Vergleich der Täterbilder in der frühen und späten Lagerliteratur von Buchenwald und Dachau

Series:

Chunguang Fang

Das Buch untersucht deutschsprachige Texte von KZ-Überlebenden aus Buchenwald und Dachau, die in den zwei produktivsten Phasen der Holocaustliteratur (1945-1949/1979-Gegenwart) veröffentlicht wurden. Die Autorin untersucht das Täterbild narratologisch und erinnerungskulturell vergleichend. Sie zeigt, dass die Autoren der frühen Lagerliteratur die von ihnen erlebten NS-Täter mit aller größter Intensität und Anschaulichkeit darstellen, während sich die der späten Lagerliteratur außer der Täterdarstellung auch auf der Konstruktion ihrer in den KZs verlorenen Identitäten hinwenden. Dementsprechend werden die Opferbilder viel konkreter und detaillierter als zuvor, während die Täterbilder mittlerweile amorpher, abstrakter und allgemeiner scheinen.

Show Summary Details
Restricted access

Vorwort und Danksagung

Extract



Die vorliegende Arbeit ist eine überarbeitete Fassung meiner Dissertation, die im Oktober 2016 vom Fachbereich 05 (Sprache, Literatur, Kultur) der Justus-Liebig-Universität Gießen angenommen wurde. Genau vor fünf Jahren hatte ich im Oktober 2011 mit meiner Promotion an der Arbeitsstelle Holocaustliteratur in Gießen begonnen und ich darf jetzt endlich meine Dankesworte aussprechen.

Der Leser fragt sich wahrscheinlich, warum sich die Autorin aus dem fernöstlichen China für das Thema Holocaust interessiert. Das lässt sich vor allem auf meine Masterarbeit an der Tongji-Universität in Shanghai zurückführen. In dieser Arbeit habe ich mich mit der metaphorischen Bedeutung des Vorlesens im Roman Der Vorleser von Bernhard Schlink auseinandergesetzt, wobei mich die Reaktionen auf das Werk im In- und Ausland faszinierten. Des Weiteren war ich mit dem Deutungsmuster der NS-Vergangenheit im Roman nicht einverstanden. Demnach könne die Hauptfigur Hanna ihre eigene Tätigkeit im Konzentrationslager nicht begreifen, weil sie Analphabetin ist. Ich habe mich lange mit der Frage auseinandergesetzt, warum sich eine gewöhnliche Frau wie Hanna am Massenmord von Millionen Menschen beteiligen kann. Auch konnte mir der Autor, Herr Prof. Schlink, keine Hilfestellung bei der Interpretation leisten.1 In einem zufälligen Gespräch mit Herrn Prof. Ralf Schnell von der Universität Siegen, der damals als Gastprofessor einen Forschungsaufenthalt in Shanghai hatte, hat er mich schließlich dazu ermutigt, diese Problematik in einem Promotionsprojekt weiter zu untersuchen. Für diesen wertvollen Vorschlag bin ich noch immer sehr dankbar, da es...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.