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Deutsch-türkische Beziehungen

Historische, sektorale und migrationsspezifische Aspekte

Edited By Wolfgang Gieler, Burak Gümüș and Yunus Yoldaş

Dieser Sammelband bietet einen umfassenden und aktuellen Einblick in die Geschichte, Dimensionen, Sachthemen und migrationsspezifische Aspekte der deutsch-türkischen Beziehungen aus der Sicht von Experten aus der Türkei und Deutschland.

Das Buch skizziert die Geschichte der deutsch-türkischen Beziehungen seit den osmanisch-preußischen bzw. osmanisch-habsburgischen Beziehungen bis in die Gegenwart und thematisiert historische sowie aktuelle Beispiele.

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Die deutsch-türkischen Beziehungen – Vom Anwerbeabkommen bis zur Gegenwart (Wolfgang Gieler)

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Wolfgang Gieler

Die deutsch-türkischen Beziehungen – Vom Anwerbeabkommen bis zur Gegenwart

Einleitung

Die Türkei bemüht sich schon lange, Mitglied der Europäischen Union zu werden. Es herrscht jedoch das Gefühl vor, dass nun gerade Deutschland diese Beitrittsbestrebungen immer wieder blockiere.1 Diese Wahrnehmung wird auch dadurch noch verstärkt, dass die Bundesrepublik in den türkischen Massenmedien sozusagen als „Stellvertreterin Europas“ betrachtet wird, die es als Bezugspunkt bei den Beitrittsverhandlungen speziell zu adressieren gilt.2 Seitdem aber die Türkei aufgrund ihrer exponierten geographischen Lage in der aktuellen Flüchtlingskrise für die EU mehr und mehr zum Schlüsselstaat geworden ist, verändern sich diese Vorzeichen. Die seit der Machtübernahme durch die AKP zu beobachtende Distanzierung ist längst einer, wenn auch noch z. T. zögerlichen, Annäherung gewichen.

So sieht das abgeschlossene EU-Türkei-Abkommen vor, dass alle Flüchtlinge, die über die Türkei nach Griechenland einreisen und dort kein Asyl beantragen, zurückgeschickt werden können.3 Massive Kritik an diesem Vorgehen kommt vom UN-Sonderberichterstatter Peter Sutherland: „collective deportations without having regard to the individual rights of those who claim to be refugees are illegal“4. Eine Meinung, die Spiegel-Online Kommentator Maximilian Popp teilt, der er aber noch sarkastisch-anerkennend hinzufügt: „[Es] hat das Problem mit den Flüchtlingen vom Zentrum Europas in die Peripherie verschoben“5. Für Recep Tayyip Erdoğan, den türkischen Staatspräsidenten, ist dieser Deal jedoch die Chance, am strategischen Ziel...

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