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Himmlers Rennfahrer

Bernd Rosemeyer, der SS-Hauptsturmführer aus Lingen

Christoph Frilling

Bernd Rosemeyer, der weltberühmte Autorennfahrer der 30er Jahre, galt nach seinem Unfalltod 1938 als Vorbild für Generationen von rennsportbegeisterten Anhängern weltweit. Dass seine Rennkarriere eng verbunden war mit seiner Mitgliedschaft in der SS, ist zwar seit langem bekannt, wurde aber selten problematisiert. Rosemeyer wird bis heute weithin als unpolitischer Mensch dargestellt, der gezwungen gewesen sei, sich mit den Nationalsozialisten einzulassen, um überhaupt die Möglichkeit zu haben, als Rennfahrer auftreten zu können.

Das Buch untersucht die genaueren Umstände der Verstrickung Rosemeyers in den Nationalsozialismus und wendet sich gegen eine Fortsetzung eines unkritischen Rosemeyer-Kults. Anlass für diese Studie ist die geplante Eröffnung eines privaten Rosemeyer-Museums in Lingen.

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9. Fazit

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9. Fazit

Bei der Rosemeyer/Beinhorn-Diskussion müssen zwei Gesichtspunkte im Vordergrund stehen: Zum einen eine Auseinandersetzung mit den Apologeten, die beide Protagonisten von dem Vorwurf reinwaschen möchten, sie hätten selbst mit dem Nationalsozialismus sympathisiert und sich aus freien Stücken in seinen Dienst gestellt. In diesem Kontext ist darauf hinzuweisen, dass zahlreiche Nazis – vom kleinen Mitläufer bis zum blutrünstigen Massenmörder – stets gleichbleibende Exkulpationsschemata verwendeten: Sie hätten von Gräueltaten nichts geahnt, sie seien an Politik niemals interessiert gewesen – und wenn doch, dann um Schlimmeres zu verhüten – und sie hätten doch alle in der einen oder anderen Weise Juden geholfen. Dies führt zu jener unheilvollen „Verstrickung“, die oftmals nur als ein anderer Begriff für Täterschaft fungierte. Zum anderen ist es nicht hinnehmbar, wenn in Rosemeyer und Beinhorn zwei der „Möglichmacher“ hochgelobt werden, ohne die das NS-System nicht realisierbar gewesen wäre. Sie als Vorbilder hinzustellen, rechtfertigt die Haltung von Millionen Deutschen, die den Faschismus widerstandslos hingenommen haben oder die ihn aus Gründen des eigenen Vorteils sogar unterstützt haben. Dies darf in Zeiten eines wieder aufkommenden Nationalismus in Europa nicht der Weg sein, den wir den Nachwachsenden weisen.←91 | 92→ ←92 | 93→

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