Show Less
Restricted access

Himmlers Rennfahrer

Bernd Rosemeyer, der SS-Hauptsturmführer aus Lingen

Christoph Frilling

Bernd Rosemeyer, der weltberühmte Autorennfahrer der 30er Jahre, galt nach seinem Unfalltod 1938 als Vorbild für Generationen von rennsportbegeisterten Anhängern weltweit. Dass seine Rennkarriere eng verbunden war mit seiner Mitgliedschaft in der SS, ist zwar seit langem bekannt, wurde aber selten problematisiert. Rosemeyer wird bis heute weithin als unpolitischer Mensch dargestellt, der gezwungen gewesen sei, sich mit den Nationalsozialisten einzulassen, um überhaupt die Möglichkeit zu haben, als Rennfahrer auftreten zu können.

Das Buch untersucht die genaueren Umstände der Verstrickung Rosemeyers in den Nationalsozialismus und wendet sich gegen eine Fortsetzung eines unkritischen Rosemeyer-Kults. Anlass für diese Studie ist die geplante Eröffnung eines privaten Rosemeyer-Museums in Lingen.

Show Summary Details
Restricted access

Abstract

Extract



Anlass für diese Arbeit über den deutschen Rennfahrer Bernd Rosemeyer (1909–1938) ist der Plan eines rennsportbegeisterten Bauunternehmers aus dem emsländischen Lingen, zu Ehren dieser Figur der Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Ehefrau, der weltberühmten Flugpionierin Elly Beinhorn, ein privates Museum in Lingen zu errichten.

Mit Unterstützung von Rosemeyers Sohn, des Mediziners Bernd Rosemeyer Junior, soll das Andenken an den Rennfahrer und die Pilotin reingewaschen werden von dem immer wieder aufkommenden Vorwurf, beide hätten das NS-Regime auf nationaler und internationaler Ebene propagandistisch unterstützt, er als Hauptsturmführer der SS und sie als Repräsentantin des Nationalsozialistischen Flieger Korps (NSFK). Die Initiatoren des Museums möchten hiervon abstrahieren und allein die sportlichen Leistungen der beiden Protagonisten würdigen.

Die Instrumentalisierung durch die NS-Propaganda sei unumgänglich gewesen, so heißt es, wenn man im Sport Karriere machen wollte. Immerhin wird also eingeräumt, dass beide sich opportunistisch verhalten haben.

Ziel dieser Arbeit ist es, den Nachweis zu erbringen, dass Rosemeyer und Beinhorn nicht nur angepasste und womöglich unpolitische Karrieristen waren, sondern dass sie in ihrer Unterstützung des Nazi-Staats auch deutlich gemacht haben, dass sie dieses System befürworteten und unterstützten.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.