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Umweltbezogene Gerechtigkeit

Anforderungen an eine zukunftsweisende Stadtplanung

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Heike Köckler

Dieser Band präsentiert eine theoretische und empirische Analyse zu umweltbezogener Gerechtigkeit, aus der Anforderungen an eine zukunftsweisende Stadtplanung abgleitet werden. Die Grundlage für die empirische Analyse zum Umgang von Haushalten mit Luft- und Lärmbelastungen im Wohnumfeld bietet das MOVE-Modell, welches zwei psychologische Theorien vereint. Mit Hilfe dieses umweltpsychologischen Zugangs gelingt es, Determinanten für umweltbezogene Verfahrensgerechtigkeit herauszuarbeiten. Hierbei wird die Situation von Menschen in belasteten Wohngebieten und von Menschen mit einem türkischen Migrationshintergrund im Besonderen betrachtet. Als Schlussfolgerung für die Planung fordert die Autorin, die Vulnerabilität von Bevölkerung in der Stadtplanung systematisch zu verfolgen.

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2 Theoretische Grundlagen

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In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen einschlägiger Themenfelder aufbereitet, um entsprechend der Zielsetzung Anforderungen an Raumplanung für mehr umweltbezogene Gerechtigkeit ableiten zu können. Wie Abbildung 2 zeigt, geht es vor allem darum, auf der Basis theoretischer Konzepte Erkenntnisgewinn dahingehend zu erlangen, dass Ursachen umweltbezogener Ungerechtigkeit erklärt werden. Diese Erkenntnisse sind dann vor dem Hintergrund umweltbezogener Gerechtigkeit zu bewerten und als Grundlage für Anforderungen zu Interventionen durch Stadtplanung und planerischen Umweltschutz zu sehen. Die theoretische Grundlage für diese drei Schritte 1) erklären, 2) bewerten und 3) intervenieren wird in diesem Kapitel gelegt. Einleitend wird in Kapitel 2.1 umweltbezogene Gerechtigkeit aus planerischer Perspektive eingeführt. Umweltbezogene Gerechtigkeit wird als Leitbild verstanden und liefert zugleich den theoretischen Rahmen dieser Arbeit, wie in Kapitel 2.1 ausgeführt wird. Das multidimensionale Leitbild der umweltbezogenen Gerechtigkeit liefert die Grundlage für den Schritt des Bewertens. Hierbei spielt der Fähigkeitsansatz eine zentrale Rolle. Er ist zugleich verbindendes Element zwischen der analytischen und bewertenden Ebene. Ausgehend von Fähigkeiten, die Gegenstand von Studien zu umweltbezogener Gerechtigkeit sind, wird das Konzept der Vulnerabilität in Kapitel 2.3 eingeführt, das erklärt, wie verletzlich Menschen in spezifischen umweltbedingten Situationen sind. Die Verletzlichkeit wird neben dem Umwelteinfluss im Wesentlichen von den Fähigkeiten der Menschen bestimmt. Die Fähigkeiten determinieren daher auch das umweltbezogene Handeln dieser Menschen. Diesbezügliche theoretische Grundlagen werden in Kapitel 2.5 aufbereitet. In Kapitel 2.2 wird mit dem Begriff der Umweltgüte der für umweltbezogene...

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