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Umweltbezogene Gerechtigkeit

Anforderungen an eine zukunftsweisende Stadtplanung

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Heike Köckler

Dieser Band präsentiert eine theoretische und empirische Analyse zu umweltbezogener Gerechtigkeit, aus der Anforderungen an eine zukunftsweisende Stadtplanung abgleitet werden. Die Grundlage für die empirische Analyse zum Umgang von Haushalten mit Luft- und Lärmbelastungen im Wohnumfeld bietet das MOVE-Modell, welches zwei psychologische Theorien vereint. Mit Hilfe dieses umweltpsychologischen Zugangs gelingt es, Determinanten für umweltbezogene Verfahrensgerechtigkeit herauszuarbeiten. Hierbei wird die Situation von Menschen in belasteten Wohngebieten und von Menschen mit einem türkischen Migrationshintergrund im Besonderen betrachtet. Als Schlussfolgerung für die Planung fordert die Autorin, die Vulnerabilität von Bevölkerung in der Stadtplanung systematisch zu verfolgen.

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4 Forschungsdesign: Methoden und Stichprobe

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Um das MOVE-Modell und die forschungsleitenden Hypothesen (siehe Kapitel 3) empirisch zu testen, ist ein spezifisches Forschungsdesign erforderlich. Da es sich um ein Haushaltsmodell handelt, ist zunächst zu entscheiden, welche Haushalte befragt werden sollen. Um den Einfluss der Umweltsituation auf das Handeln von Haushalten berücksichtigen zu können, sollen Menschen an Standorten unterschiedlicher Umweltgüte befragt werden. Da ferner die Situation von Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Menschen ohne Migrationshintergrund untersucht werden soll, ist eine Erhebung mit den zwei Quotierungsmerkmalen Umweltgüte im Wohnumfeld sowie Migrationshintergrund der befragten Person erforderlich.

Um die Relevanz von Mehrfachbelastungen zumindest im Ansatz zu berücksichtigen, wird das Quotierungsmerkmal Umweltgüte über die Umweltbelastungen Luftbelastung und Lärm repräsentiert. Die Quotierung macht sich hier an der objektiv modellierten bzw. gemessenen Situation fest. Die Daten sind aus Umgebungslärmkarten und Angaben aus Luftreinhalteplänen frei zugänglich. Da sowohl die Berechnung der Lärm- als auch die der Luftbelastung EU-weit geregelt ist (siehe Kapitel 2.2.1), sind diese objektiven Werte auch im internationalen Kontext vergleichbar. Dies ist für eine Einordnung in die internationale Debatte von besonderer Relevanz. Umweltgüter wie Grünflächen werden aufgrund ihrer Komplexität und einer fehlenden standardisierten Verfügbarkeit nicht als objektiver Faktor bei der Quotierung berücksichtigt.

Als zweites Quotierungsmerkmal sollten in belasteten und nicht belasteten Gebieten gleich viele Menschen mit und ohne Migrationshintergrund erreicht werden (siehe Tabelle 1). Aufgrund ihres großen Bevölkerungsanteils wurde auf die Gruppe mit...

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