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Umweltbezogene Gerechtigkeit

Anforderungen an eine zukunftsweisende Stadtplanung

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Heike Köckler

Dieser Band präsentiert eine theoretische und empirische Analyse zu umweltbezogener Gerechtigkeit, aus der Anforderungen an eine zukunftsweisende Stadtplanung abgleitet werden. Die Grundlage für die empirische Analyse zum Umgang von Haushalten mit Luft- und Lärmbelastungen im Wohnumfeld bietet das MOVE-Modell, welches zwei psychologische Theorien vereint. Mit Hilfe dieses umweltpsychologischen Zugangs gelingt es, Determinanten für umweltbezogene Verfahrensgerechtigkeit herauszuarbeiten. Hierbei wird die Situation von Menschen in belasteten Wohngebieten und von Menschen mit einem türkischen Migrationshintergrund im Besonderen betrachtet. Als Schlussfolgerung für die Planung fordert die Autorin, die Vulnerabilität von Bevölkerung in der Stadtplanung systematisch zu verfolgen.

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Zusammenfassung

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Umweltbezogene Gerechtigkeit ist ein Leitbild, das einen Gegenentwurf zu verschiedenen Formen sozialer Ungleichheit darstellt, welche mit Umweltfaktoren verbunden sind und als ungerecht bewertet werden. Formen umweltbezogener Ungerechtigkeit lassen sich anhand räumlicher Muster als umweltbezogene Verteilungsungerechtigkeit oder anhand sozialer Unterschiede in der Teilhabe an umweltpolitischen Entscheidungsprozessen als umweltbezogene Verfahrensungerechtigkeit ausmachen. Widersprechen diese Ungleichheiten einer bestimmten Vorstellung einer gerechten Gesellschaft, da sie beispielsweise Formen von Diskriminierung zum Ausdruck bringen oder der Idee der Chancengerechtigkeit im Sinne des Fähigkeitsansatzes von Sen und Nussbaum widersprechen, so können sie als ungerecht eingeordnet werden. Der Raumplanung kommt aufgrund ihrer steuernden Funktion konfligierender Raumnutzungen und des partizipativen Anspruchs in ihren Planungsverfahren eine zentrale Rolle bei der Verfolgung des Leitbilds einer umweltbezogenen Gerechtigkeit zu.

Um das Leitbild einer umweltbezogenen Gerechtigkeit zu verfolgen, ist es wichtig, Ursachen umweltbezogener Ungerechtigkeit zu erkennen. In dem hier beschriebenen Forschungsansatz wird in der Vulnerabilität von Haushalten gegenüber ihrer lokalen Umweltgüte eine Ursache für umweltbezogene Ungerechtigkeit gesehen. In Kenntnis der Vulnerabilität von Haushalten gegenüber ihrer lokalen Umweltgüte werden Anforderungen an Stadtplanung und planerischen Umweltschutz als zwei zentrale Handlungsfelder der räumlichen Planung formuliert, um das Leitbild der umweltbezogenen Gerechtigkeit zu verfolgen. Hierbei wird ein Fokus auf umweltbezogene Verfahrensgerechtigkeit gelegt. Partizipation und Teilhabe an Entscheidungsprozessen ist in der räumlichen Planung seit jeher ein Anliegen und insbesondere durch die im Jahr 1998 verabschiedete Aarhus-Konvention gestärkt worden. Die formellen und informellen Verfahren der räumlichen Planung sehen an verschiedenen Stellen vor,...

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