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Die Medien im Wahlkampf

Bewährungsprobe für die Vermittler in der Demokratie

Edited By Marco Althaus

Wahlen sind ein Brennglas für die kritische Aufgabe der Medien als Vermittler in der Demokratie. Wahlkämpfe sind eine Serie von Medienereignissen. Medien vermitteln, um was und wen es geht. Also wollen Wahlkampfmanager sie lenken und verführen, bedrängen und beeinflussen. Unabhängiger Journalismus dagegen will sich nicht von Wahlkämpfern managen lassen. Redaktionen gehen mit eigenen Strategien ins Wahljahr – erst recht in Zeiten von «Fake news» und Populisten, die vom Feindbild Medien leben. Der Band enthält Beiträge der Journalisten Cordula Tutt, Jörg Quoos, Andreas Schneider und Matthew Karnitschnig, der Wahlkampfmanager Robert Heinrich und Mario Voigt sowie der Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer und Marco Althaus.

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Wahlkampf im Medienmodus – Medien im Wahlkampfmodus (Marco Althaus)

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Marco Althaus

Wahlkampf im Medienmodus – Medien im Wahlkampfmodus

Abstract: Modern election campaigns are unthinkable save in terms of mass media. Social networks have added substantial media layers and changed the composition of the success formula for media-driven electioneering. What stays the same is the idea that campaigns are, at base, series of media-communicated events. This introduction to the volume lays out key issues of media communication practice during the 2017 German elections and provides an overview of the volume’s contributions by journalists, party strategists, and scholars.

Beim Start ihrer Kampagne zur Bundestagswahl 2017 warb die Süddeutsche augenzwinkernd: „Ein spannender Wahlkampf fängt bei der Wahl der Zeitung an.“ In Radiospots, auf Plakaten, in Anzeigen, an Kiosken und digital versprach die SZ großspurig „Gute Nachrichten für die Demokratie“. Ein Klick auf das zugehörige Werbevideo entfesselte einen atemlosen Heribert Prantl, der Journalismus zum „täglichen Brot“, zum „Grundnahrungsmittel für die Demokratie“ erklärte. Die SZ, versprach das Mitglied der Chefredaktion, achte penibel darauf, dass die Zutaten stimmten, denn Glaubwürdigkeit sei ihr größtes Ziel. Prantl garantierte: „Wir sind←7 | 8→ eine Fake-news-Entzauberungsanlage.“ Schließlich vertrete die SZ keine Interessengruppen, keine Lobbies – sondern die Demokratie selbst.1

In solche Pathoshöhen strebten die meisten Marketingaktionen deutscher Medien 2017 zwar nicht. Dennoch war früh spürbar, dass Journalisten und Verlage dieses Wahljahr als eine besondere Herausforderung für Beruf und Branche empfanden. Jahrelange Medienschelte und „Lügenpresse“-Attacken, Donald Trump...

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