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Pronomen, ihr Bedeutungs- und Emotionspotenzial

Individuelle Konzeptualisierungsprozesse im Lichte Langackerscher Auffassung der Grammatik

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Jolanta Mazurkiewicz-Sokołowska

Die Autorin geht der Langackerschen Auffassung der Grammatik als Bedeutung nach. Sie überprüft empirisch am Beispiel der äquivalenten, deutschen und polnischen Formen der Pronomen, wie sich die schemenhaften Bedeutungen grammatischer Einheiten in individuellen Konzeptualisierungsprozessen konkretisieren und welche Bedeutungsinhalte sie in dem gegebenen sprachlichen Ereignis fokussieren. Die introspektiv-intersubjektive Methode ermöglicht es, die Verarbeitungsarten der untersuchten Formen der Pronomen aufzudecken, die konzeptuelle Vielfalt der von den ProbandInnen aktivierten Bedeutungsinhalte dieser Formen zu beleuchten, und zu zeigen, dass die Formen der Pronomen prozessual individuell-subjektiv emotionsgeprägte Einheiten darstellen.

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2. Kognitionslinguistische Grundlagen

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Die Voraussetzung der kognitionslinguistischen Sprachbetrachtung bildet die begriffliche Konzeption der Bedeutung der Ausdrücke mit der Annahme, dass sich die Begriffsstruktur aus der Vorstellung herleitet und auf bestimmte Vorstellungsschemata zurückzuführen ist (vgl. Langacker 2008/2009: 18, 56). Solche Schemata werden aus der täglichen somatischen Erfahrung abstrahiert, „besonders aber aus der visuellen Wahrnehmung, Wahrnehmung des Raumes, der Bewegung und der Kraft“ (Langacker 2008/2009: 56). Die Vorstellungsschemata werden als vorbegriffliche Strukturen angesehen, die die Ausgangsstrukturen für die Ausgestaltung komplexerer und abstrakterer Konzeptionen im Prozess der metaphorischen Projektion bilden (Johnson 1987, Lakoff 1987, 1990, Hampe 2005, Langacker 2008/2009: 56).

Da die Sprache als Teil der menschlichen Erkenntnis inbegriffen wird, wird sie vor dem Hintergrund anderer psychologischer Erscheinungen erforscht. Die kognitive Linguistik stützt sich auf die Annahme, dass sich die Sprachstruktur aus den grundlegenden Systemen und Fähigkeiten des Menschen wie Perzeption, Gedächtnis, Kategorisierung herausgestaltet (vgl. Langacker 2008/2009: 23). Deshalb werden in den kognitionslinguistischen Untersuchungen der Sprache solche mentale Fähigkeiten des Menschen berücksichtigt, wie die Fähigkeit,

sich auf verschiedene Elemente der Umwelt zu konzentrieren, ein sich bewegendes Objekt mit den Augen zu verfolgen, mentale Bilder zu konstruieren und zu verarbeiten, Erfahrungen zu vergleichen, zwischen ihnen Entsprechungen zu bestimmen, einfache Elemente zu komplexen Strukturen zu verbinden, Szenen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, sich die Situationen von verschiedenen Abstraktheitsebenen vorzustellen usw. (Langacker 2008/2009: 23).

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