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Familienpsychologische Sachverständigengutachten in Sorge-, Umgangs- und Kindeswohlgefährdungsverfahren

Zur effektiven Einbeziehung von psychologischen Sachverständigen in kindschaftsrechtlichen Verfahren zum Wohle des Kindes

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Meike Löwer

In jüngerer Zeit gerieten familienpsychologische Sachverständigengutachten in Kindschaftssachen zunehmend in Kritik. Aufgrund des besonderen Stellenwertes von Gutachten für den Verfahrensausgang sind Mängel bei deren Erstellung und Verwertung unbedingt zu vermeiden. Es existieren nur wenige gesetzliche Regelungen, die die Gutachtenqualität nicht hinreichend sichern können. Dem Missstand nahm sich der Gesetzgeber mit der Reform des Sachverständigenrechts 2016 an. Unter Berücksichtigung hierzu ergangener Rechtsprechung und aktueller sozialwissenschaftlicher wie psychologischer Erkenntnisse ermittelt die Autorin die immer noch bestehenden Schwachstellen in der Gutachtenpraxis und entwickelt Verbesserungsvorschläge von der Notwendigkeit der Einholung eines Gutachtens bis zu dessen Verwertung.

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3. Kapitel: Notwendigkeit von Sachverständigengutachten in kindschaftsrechtlichen Verfahren nach § 1671, § 1684 und § 1666 BGB

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3.  Kapitel: Notwendigkeit von Sachverständigengutachten in kindschaftsrechtlichen Verfahren nach § 1671, § 1684 und § 1666 BGB

Familienpsychologische Gutachten werden in Kindschaftssachen überwiegend in Verfahren zum elterlichen Sorgerecht nach § 1671 BGB, zum elterlichen Umgangsrecht nach § 1684 BGB und in Kindeswohlgefährdungsverfahren nach §§ 1666, 1666a BGB eingeholt.1 Die Notwendigkeit einer psychologischen Einschätzung der Risiko- und Schutzbedingungen des Kindes ist verfahrensbezogen zu beurteilen und hängt von verschiedenen Aspekten ab. Die Grundlage bilden die Vorgaben des materiellen Rechts, insbesondere der jeweilige Kindeswohlmaßstab und die Entscheidungsalternativen sowie die Beachtung verfassungsrechtlicher Wertungen. Inwieweit für das Sorgerechtsverfahren (§ 1671 BGB), das Umgangsrechtsverfahren (§ 1684 BGB) und das Kindesschutzverfahren (§ 1666 BGB) Pauschalierungen möglich sind, unter welchen Bedingungen und in welchen Fallkonstellationen Sachverständigengutachten notwendig erscheinen, ist Inhalt des folgenden Abschnitts. Hierbei muss sich auch mit der Frage eingehender auseinandergesetzt werden, was psychologische Sachverständige nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft tatsächlich leisten können. Denn es ist zu beobachten, dass die Erwartungshaltung der Familiengerichte und die tatsächlichen Möglichkeiten der Sachverständigen nicht selten divergieren.2 ← 117 | 118 →

A.  Notwendigkeit eines Sachverständigengutachtens kraft Gesetzes

I.  Keine gesetzliche Anordnung

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