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Familienpsychologische Sachverständigengutachten in Sorge-, Umgangs- und Kindeswohlgefährdungsverfahren

Zur effektiven Einbeziehung von psychologischen Sachverständigen in kindschaftsrechtlichen Verfahren zum Wohle des Kindes

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Meike Löwer

In jüngerer Zeit gerieten familienpsychologische Sachverständigengutachten in Kindschaftssachen zunehmend in Kritik. Aufgrund des besonderen Stellenwertes von Gutachten für den Verfahrensausgang sind Mängel bei deren Erstellung und Verwertung unbedingt zu vermeiden. Es existieren nur wenige gesetzliche Regelungen, die die Gutachtenqualität nicht hinreichend sichern können. Dem Missstand nahm sich der Gesetzgeber mit der Reform des Sachverständigenrechts 2016 an. Unter Berücksichtigung hierzu ergangener Rechtsprechung und aktueller sozialwissenschaftlicher wie psychologischer Erkenntnisse ermittelt die Autorin die immer noch bestehenden Schwachstellen in der Gutachtenpraxis und entwickelt Verbesserungsvorschläge von der Notwendigkeit der Einholung eines Gutachtens bis zu dessen Verwertung.

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5. Kapitel: Qualifikation von familienpsychologischen Sachverständigen

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5.  Kapitel: Qualifikation von familienpsychologischen Sachverständigen

Ein weiterer Aspekt, der die Qualität eines familienpsychologischen Sachverständigengutachtens maßgeblich beeinflusst, ist die Befähigung des Sachverständigen selbst. Der fachlichen Qualifikation des Sachverständigen kommt eine gewisse Indizwirkung für eine qualitativ gute Begutachtung zu.1 Dem gut ausgebildeten Sachverständigen sind die wissenschaftlichen Methoden bekannt und er ist in der Lage, diese fachgerecht anzuwenden. Auch wenn die Feststellungen der Hagener Studie zur Qualifikation von familienpsychologischen Sachverständigen nur sehr beiläufig und mit eingeschränktem Aussagegehalt getroffen wurden, ist hier eine weitere Schwachstelle zu verzeichnen, die nunmehr durch die Reform des Sachverständigenrechts von 2016 angegangen wurde.

A.  Neuerungen durch die Reform des Sachverständigenrechts von 2016

Anlass für die bereits dargestellte Hagener Studie war auch die Erklärung der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD im Koalitionsvertrag für die 18. Legislaturperiode, in Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden die Neutralität gerichtlicher Sachverständiger und die Qualität von Gutachten, insbesondere im Familienrecht, zu verbessern.2

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