Show Less
Restricted access

Haftung der Geschäftsleiter insolventer Gesellschaften für die Verletzung der Zahlungsverbote und der Insolvenzantragspflicht

Eine Untersuchung am Beispiel der GmbH, GmbH & Co. KG, AG und Genossenschaft

Series:

Christine Schmid

Die herrschende Meinung zur Insolvenzverschleppungshaftung ist berechtigter Kritik ausgesetzt. Die Verletzung der Zahlungsverbote führt zu komplexen und kaum vorhersehbaren Rechtsfolgen. Die Verletzung der Insolvenzantragspflicht läuft daneben weitgehend leer oder führt in Einzelfällen zu unkoordinierten Haftungsfolgen. Die Autorin kommt nach einer umfassenden Darstellung und Analyse des Meinungsstandes, einem Vergleich mit der Rechtslage in Großbritannien und Frankreich sowie einer Untersuchung der Historie zu dem Schluss, dass die Haftung des insolvenzverschleppenden Geschäftsleiters durch einen einheitlichen Haftungstatbestand mit Schadenersatz als Rechtsfolge bestimmt werden sollte.

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 3 Schwächen des Konzepts der herrschenden Meinung

Extract

← 64 | 65 →

Kapitel 3   Schwächen des Konzepts der herrschenden Meinung

In diesem Kapitel soll die herrschende Meinung sowohl zur Haftung für die Verletzung der Zahlungsverbote als auch für die Verschleppung der Insolvenz eingehender beleuchtet werden und auf etwaige Schwachstellen eingegangen werden. Dabei wird sich zeigen, dass die deutsche Rechtslage, wie sie im Moment durch die herrschende Meinung und den BGH bestimmt wird, in komplexen und zum Teil unüberschaubaren Folgen resultiert und, dass sie dogmatisch angreifbar ist. So soll die Notwendigkeit einer von der herrschenden Meinung abweichenden einheitlichen Regelung der Haftung der Geschäftsleiter in der Insolvenz der Gesellschaft nachgewiesen werden.

Im Rahmen der Untersuchung der Zahlungsverbote werden dabei insbesondere die aktuellen Entwicklungen in Lehre und Rechtsprechung in den Fokus gestellt. Die Haftung für die verbotenen Zahlungen befindet sich gerade im Umbruch und wird besonders durch jüngere Entscheidungen des BGH stark beeinflusst, so dass es besonders sinnvoll erscheint, auf diese einschneidenden Neuerungen einzugehen (§ 1). Die Insolvenzverschleppungshaftung hingegen fußt auf einer bewegten Vergangenheit, wurde sie doch durch richterrechtliche Rechtsfortbildung249 erst ins Leben gerufen. In der aktuellen Fachdiskussion spielt sie zwar eine tragende Rolle, der Schwerpunkt ihrer Weiterentwicklung liegt allerdings im 20. Jahrhundert. Die Untersuchung der Verschleppungshaftung konzentriert sich daher auf diese deutlich zurückliegende Entwicklung (§ 2).

§ 1  Kritik an Rechtsprechung und herrschender Meinung zur Haftung für die Verletzung der Zahlungsverbote

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.