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Kafka für Querdenker

Literaturdidaktische Lektüren

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Karlheinz Fingerhut

Die gesammelten Beiträge thematisieren Kafkas Werk aus Sicht der Literaturdidaktik. Sie fragen nach zukunftsweisenden Lektüre- und Schreibeformen, die Schüler/innen im Unterricht angeboten werden könnten. Der Autor wertet die Vielzahl bisheriger didaktischer Vorschläge aus und versucht auf unterschiedlichen (Um-)Wegen, eine die Leser/innen befriedigende Lektüre anzustoßen. Die Beiträge attestieren somit, dass es keinen generellen Zugang und keine endgültige Deutung von Kafkas Texten geben kann.

Die zusammengetragenen Aufsätze und Vorträge des Autors stammen aus dem akademischen Betrieb und der Lehrerfortbildung und wurden dem heutigen Diskussionsstand angepasst.

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2. Manchmal nur, in dunklen Zeiten – forschendes Lernen. Kafka in der historischen Reihe von Heine und Celan

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2. Manchmal nur, in dunklen Zeiten – forschendes Lernen Kafka in der historischen Reihe von Heine und Celan Abstract: Im Zentrum von Heines, Kafkas und Celans Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von europäischer und jüdischer Kultur steht deren Problem des literarischen Schreibens in deutscher Sprache. Hinzu kommt die Idee des Beitrags der in die Diaspora nach Europa verschlagenen Juden zur kulturellen „translatio“ von Babylon, Ägypten, Grie- chenland, Rom nach Frankreich und Deutschland, schließlich die zionistische Hoffnung auf eine Wiedererstehung Jerusalems. 1 Vorbemerkung zur Methode Der Volksmund bewahrt etwas vom allgemeinen Wissen über den Umgang mit Poesie: „Sich einen Reim auf etwas machen“ heißt, Zusammenhänge dort sehen, wo an der Oberfläche der Rede wenig Sinnvolles, etwas „Ungereimtes“ gesagt wurde. Wenn es denn stimmt, was neuere Literaturwissenschaftler nicht müde werden zu betonen, dass ein literarischer Text immer etwas zu sagen hat, wovon er nicht spricht, so ist es angemessen, ihn als etwas Ungereimtes zu nehmen (auch wenn er als Gedicht daherkommt) und sich einen Reim darauf zu machen. Die Suche nach einer „eigentlichen Bedeutung“ ist in Misskredit geraten, und zwar insofern als professionelle Leser in der Vergangenheit immer meinten, den Reim, den sie sich auf einen Text gemacht hatten, mit autoritärer Geste als den „richtigen“, dem Dichter „angemessenen“ im kulturellen Diskurs durch- zusetzen. Dem ist heute – zum Leidwesen vieler Verwalter kultureller Bildungs- güter – nicht mehr so. Der Ausweis der Ästhetizität eines Textes liegt vielmehr in seiner Offenheit für mehrere, miteinander konkurrierende Lekt...

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