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Kafka für Querdenker

Literaturdidaktische Lektüren

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Karlheinz Fingerhut

Die gesammelten Beiträge thematisieren Kafkas Werk aus Sicht der Literaturdidaktik. Sie fragen nach zukunftsweisenden Lektüre- und Schreibeformen, die Schüler/innen im Unterricht angeboten werden könnten. Der Autor wertet die Vielzahl bisheriger didaktischer Vorschläge aus und versucht auf unterschiedlichen (Um-)Wegen, eine die Leser/innen befriedigende Lektüre anzustoßen. Die Beiträge attestieren somit, dass es keinen generellen Zugang und keine endgültige Deutung von Kafkas Texten geben kann.

Die zusammengetragenen Aufsätze und Vorträge des Autors stammen aus dem akademischen Betrieb und der Lehrerfortbildung und wurden dem heutigen Diskussionsstand angepasst.

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8. Spekulative Lektüre, kompetenzorientiert modelliert. Franz Kafkas Erzählung Erstes Leid in der Sekundarstufe II

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8. Spekulative Lektüre, kompetenzorientiert modelliert Franz Kafkas Erzählung Erstes Leid in der Sekundarstufe II Abstract: Absolventen der Deutsch- Leistungskurse sollten an einer weniger bekannten Er- zählung Kafkas selbstständig arbeiten und eigene Gedanken äußern können. „Deutungen“ lagen aber schon vor: „Künstlertum unter den Bedingungen der „Moderne“, „satirische Auseinandersetzung Kafkas mit dem Kunstbetrieb seiner Zeit“, „Kafkas Verhältnis zu seinem Freund Max Brod.“ Der dekonstruktive Zugang zu der Erzählung akzeptiert sehr wohl diese Verstehenswege, betont aber die Infragestellung jeder dieser „Deutungen“. Erstes Leid ist eine Geschichte „über Ekstase und Schrecknisse der Artistenexis- tenz“ (Alt 2005, S. 645), von Kafka 1924 als erste in seinen Sammelband Ein Hungerkünstler aufgenommen, aber als „widerliche kleine Geschichte“ bewertet. Die Geschichte erzählt von einem Trapezkünstler, der allein hoch oben in der Trapezkuppel des Zirkus lebt, sein Training betreibt und nicht mehr herabsteigt. Problematisch sind die Standortwechsel des Varietés, da er dann von dem Trapez herabsteigen muss. Auf einer solchen Fahrt konfrontiert er seinen besorgten Im- presario damit, dass er von nun an immer zwei Trapeze gleichzeitig beturnen möchte. Der Impresario gesteht ihm das sofort zu, allerdings ahnt er auch die Gedanken des Trapezkünstlers und erkennt erste Anzeichen von Alter in Form von Falten auf der sonst kindlichen Stirn. Texte, die irritieren, deren Kohärenzetablierung Mühe macht, führen Rezi- pienten in kognitive Dilemmata. Das Modell von Welt, das sie im Kopf haben, passt nicht zu dem, das der gelesene Text ihnen pr...

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