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Deutsche Sprachkomik

Ein Überblick für Übersetzer und Germanisten

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Rainer Kohlmayer

Der Autor stellt den Humor der deutschen Sprache und Kultur auf den Prüfstand. Anhand von Beispieltexten und Interpretationen gibt er Einblicke in die Höhepunkte der Sprachkomik vom Mittelalter bis heute. Neben Klassikern wie Eulenspiegel, Heine, Büchner, Nestroy, Loriot, Gernhardt stehen ungewöhnliche Beispiele wie Wittenwilers Ring oder die ironische NS-Kritik, die Sander in seine Wilde-Übersetzung hineinschmuggelte. Der Autor vergleicht und kritisiert die Komiktheorien Bergsons und Freuds, erläutert die linguistischen Witztheorien und bricht eine Lanze für Zijdervelds These, Komik sei eine Form des gewaltlosen Widerstands. Der Schlussteil bringt vier kommentierte Beispiele für die Übersetzung von sprachspielerischen Texten aus dem Englischen und Französischen ins Deutsche.

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2. Kapitel. Humorkompetenz als Ziel

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Abstract: Chapter 2 defines the meaning of humour competence, the acquisition of which is the declared aim of this book. It consists in 1) recognizing the humorous intention; 2) understanding verbal humour by tapping the relevant knowledge resources; 3) seeing the comic event within the pragmatic context of power relations; 4) the ability to (re-)produce verbal humour in communication or translation.

Humor ist im Deutschen etwas anderes als Komik. Komik, das Komische ist etwas, das von einem Rezipienten in einem als komisch wahrgenommenen Objekt oder Vorgang erkannt und mit innerem oder äußerem Lachen quittiert wird. Das ist zwar immer ein subjektiver Vorgang, aber er wird ausgelöst durch ein gegebenes Objekt. Humor ist im Deutschen eher eine Lebenseinstellung eines menschlichen Subjekts. Jemand hat Humor als dauerhafte Eigenschaft, als bleibenden Charakterzug. Aber es gibt wohl in jedem Leben Situationen, wo man den Humor verliert, wie die verräterische Redewendung lautet. Oft verliert jemand den Humor, wenn er ausgelacht wird; das scheint der ultimative Humor-Test zu sein.

Der Ausdruck Humorkompetenz in der Kapitelüberschrift ist etwas problematisch, da er wörtlich aus dem Englischen (Attardo 1994: 196) übernommen wurde. Das Englische trennt nicht so genau wie das Deutsche zwischen Komik und Humor. Verbal humour wäre im Deutschen eher sprachliche Komik, weil es sich dabei um Witze und Wortspiele handelt, die man als komisch empfinden kann.

In diesem Buch bedeutet der Ausdruck Humorkompetenz also vorerst die Fähigkeit, vor allem verbale Komik...

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