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Deutsche Sprachkomik

Ein Überblick für Übersetzer und Germanisten

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Rainer Kohlmayer

Der Autor stellt den Humor der deutschen Sprache und Kultur auf den Prüfstand. Anhand von Beispieltexten und Interpretationen gibt er Einblicke in die Höhepunkte der Sprachkomik vom Mittelalter bis heute. Neben Klassikern wie Eulenspiegel, Heine, Büchner, Nestroy, Loriot, Gernhardt stehen ungewöhnliche Beispiele wie Wittenwilers Ring oder die ironische NS-Kritik, die Sander in seine Wilde-Übersetzung hineinschmuggelte. Der Autor vergleicht und kritisiert die Komiktheorien Bergsons und Freuds, erläutert die linguistischen Witztheorien und bricht eine Lanze für Zijdervelds These, Komik sei eine Form des gewaltlosen Widerstands. Der Schlussteil bringt vier kommentierte Beispiele für die Übersetzung von sprachspielerischen Texten aus dem Englischen und Französischen ins Deutsche.

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9. Kapitel. Lachen und Komik als universale Phänomene

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Abstract: According to evolutionary theorists and anthropologists laughing and humour are universal features of mankind. There are words for laughing in all known languages, and there are quite a few topics that seem to recur in humorous texts all over the world.

Bereits im ersten Kapitel wies ich auf die Universalität des Lachens hin. Ich wiederhole: Komik ist ein universales Phänomen, das zum Menschsein dazugehört. Der Inhalt des jeweils Komischen ist unterschiedlich, aber das Komische selbst ist allgemein menschlich. Diese Universalität verlangt nach einer evolutionären Erklärung. Wie entstand das Lachen?

9.1 Evolutionäre Erklärungen des Lachens

Charles Darwin schrieb 1872, dass es bei den Affen ein dem menschlichen Lachen vergleichbares Verhalten gebe:

„We may confidently believe that laughter, as a sign of pleasure or enjoyment, was practised by our progenitors long before they deserved to be called human; for very many kinds of monkeys, when pleased, utter a reiterated sound, clearly analogous to our laughter, often accompanied by vibratory movements of their jaws or lips, with the corners of the mouth drawn backwards and upwards, by the wrinkling of the cheeks, and even by the brightening of the eyes.“ (Darwin 1998: 356)

Darwin, aber auch spätere Anthropologen erklären das spielerische Vergnügen, das man bei den großen Affen, den Primaten, findet, als Ursprung des Lachverhaltens. Andere Forscher, wie der anthropologische Philosoph Helmut Plessner (1983) sehen eher das Aggressionsverhalten...

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