Show Less
Restricted access

Der „DARIO“ - Artikelentwurf über die Verantwortlichkeit Internationaler Organisationen

Eine kritische Analyse

Series:

Dominik Brunner

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Internationalen Organisationen (IO) ist deren Verantwortlichkeit für völkerrechtswidrige Handlungen mittlerweile eine zentrale dogmatische Frage des Allgemeinen Völkerrechts und auch in der Praxis von größter Relevanz. Insofern befasst sich auch die ILC seit 2002 mit dieser Thematik und präsentierte 2011 den Artikelentwurf über die Verantwortlichkeit Internationaler Organisationen (DARIO). Der Autor bietet nicht nur einen Überblick über das grundlegende Konzept der Verantwortlichkeit von IO, sondern analysiert vor allem auch die Kritik und die bestehenden Sonderfälle sowie praktischen Herausforderungen. Nicht zuletzt versucht das Buch, auch die künftige Entwicklung des DARIO und die Kodifikationsreife der Thematik zu evaluieren.

Show Summary Details
Restricted access

6. Kritik am DARIO

Extract

6. Kritik am DARIO

6.1 Anlehnung an den Artikelentwurf über die Verantwortlichkeit von Staaten

6.1.1 Allgemeines

Wie bereits mehrfach erörtert, steht vor allem die vermeintlich zu intensive und weitreichende Anlehnung an den ARS im Zentrum der geäußerten Kritik. Damit untrennbar verbunden ist insbesondere auch der Vorwurf, dass die ILC dadurch den Unterschied zwischen Staaten und IO im DARIO nicht ausreichend anerkannt hat.580

Die Kritik reicht teilweise jedoch so weit, dass man der ILC vorwirft, der DARIO sei ohnehin nur ein auf “copy and paste” basierendes Dokument, in welchem die Artikel des ARS viel zu sehr als Ausgangspunkt angenommen wurden.581 Dabei soll vermeintlich, wie schon seitens des „Special Rapporteur“ bei Beurteilung der Kritik in seinem achten Bericht erörtert, einfach der Terminus „Staat“ durch die Bezeichnung „Internationale Organisation“ ersetzt worden sein.582

Allerdings hielt Prof. Gaja in diesem Bericht bereits grundlegend fest, dass jede relevante Fragestellung einer separaten wissenschaftlichen Beurteilung unterzogen wurde und dass weder er noch die ILC von der Annahme ausgingen, dass sämtliche in Bezug auf Staaten ausgearbeitete und im ARS auch angenommene Lösungen unreflektiert auch in Hinblick auf IO anwendbar sind. Ferner legte er unter Würdigung der geäußerten Kritik und in Hinblick auf den Umstand, dass der DARIO ein Ergebnis kollektiver Bestrebungen sein sollte, auch grundlegend dar, dass einige seitens der ILC getroffenen Schlussfolgerungen u. U. fraglich sein könnten, es aber immer Ziel der ILC war, einen Artikelentwurf zu konzipieren,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.