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Die evangelischen Pfarrarchive der Stadt Brandenburg

Findbuch zu den Beständen im Domstiftsarchiv Brandenburg

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Edited By Uwe Czubatynski

Die Stadt Brandenburg an der Havel verfügt mit ihren fünf großen Hauptkirchen über eine reiche Tradition kirchlichen Lebens. Sämtliche Pfarrarchive dieser Kirchen werden heute im Domstiftsarchiv Brandenburg aufbewahrt und sind dort fachgerecht verzeichnet worden. Dieses Findbuch vereinigt diese Bestände nun erstmals in einem Band und erschließt die fast 2.500 Verzeichnungseinheiten durch ein Register und exemplarische Abbildungen für die Forschung. Eine ausführliche Einleitung behandelt sowohl das Schicksal der einzelnen Kirchen als auch den spezifischen Inhalt der einzelnen Archivbestände. Das Material ist nicht nur für die Kirchengeschichte im engeren Sinne, sondern ebenso für die Stadtgeschichte, Kunstgeschichte, Familiengeschichte, Schulgeschichte und Kulturgeschichte relevant.

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Einführung

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Die Stadt Brandenburg, die noch bis in die Frühe Neuzeit hinein ihren Ehrenvorrang vor allen anderen Städten der Mark behaupten konnte, verfügt mit fünf großen Kirchen über eine außerordentlich reiche Überlieferung. Bei näherer Betrachtung dieser Sakralbauten zeigen sich darunter eine Kathedralkirche, zwei Stadtkirchen und zwei Klosterkirchen. Ein weiterer Monumentalbau, nämlich die Marienkirche auf dem Harlunger Berg, wurde nach der Reformation dem Verfall preisgegeben und im 18. Jahrhundert vollständig abgetragen. Dafür sind im heutigen Stadtbild noch zwei weitere mittelalterliche Kirchen erhalten, nämlich die Petrikirche als Nachfolgebau der slawischen Burgkapelle auf der Dominsel sowie die Nikolaikirche als Überrest des untergegangenen Dorfes Luckenberg. Von den ehemaligen Hospitälern beider Teilstädte existiert dagegen nur noch die Jakobskapelle vor der Neustadt.

Durch verhältnismäßig zahlreiche schriftliche Quellen, aber auch durch die Untersuchungsergebnisse der modernen Stadtarchäologie lässt sich die Entwicklungsgeschichte der einzelnen Siedlungskerne so genau wie in kaum einer anderen brandenburgischen Stadt rekonstruieren.1 Von Anfang an waren die Kirchen Kristallisationspunkte des jeweiligen Gemeinwesens sowie Zentren des geistlichen Lebens, der Bildung und der Musik. Zugleich waren die Stadtkirchen – neben den beiden Rathäusern – auch Repräsentationsräume der Bürgerschaft. Bis zum heutigen Tage findet sich daher fast die gesamte kunstgeschichtlich wertvolle Überlieferung der älteren Zeit in den Kirchen wieder. Die forcierte Industrialisierung der Stadt Brandenburg im 19. und 20. Jahrhundert hat freilich in bedauerlichem Maße dazu beigetragen, diese Traditionen in den Hintergrund treten zu lassen. Erst...

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