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«Dritter» Weg und KAGH

Geschichte, Struktur, Zusammenhänge

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Matthias Nowotny

Der Band thematisiert die Zusammenhänge zwischen «Drittem» Weg und Kirchlichem Arbeitsgerichtshof in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit und Entstehung. Die Kirchen eröffneten für die kollektivrechtliche Ordnung der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen einen eigenen Weg. Was bedeutet dieser «Dritte» Weg für die Kirchen bei der Ausgestaltung des kollektiven Arbeitsrechts? Um diese Frage zu beantworten, berücksichtigt der Autor die aktuelle deutsche und europäische Rechtsprechung. Ferner beschreibt er die Herausbildung und den Aufbau einer kircheneigenen Gerichtsbarkeit. Das Buch zeigt, welche Chancen der «Dritte» Weg für das kirchliche Arbeitsrecht eröffnet. Dass dies nur in einem engen Miteinander zwischen kirchlichen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geschehen kann, ist die Überzeugung des Autors.

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7 Die theologische Grundlegung des kirchlichen Dienstes

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7 Die theologische Grundlegung des kirchlichen Dienstes

Der Grund für die Zuordnung des Arbeitsrechtes als eigene Regelungsmaterie durch den Abschluss von privatrechtlichen Verträgen zum Bereich der Kirche liegt in der theologischen Grundlage des kirchlichen Dienstes als ihr eigener Sendungsauftrag.121 Durch den Begriff der Dienstgemeinschaft wird die Besonderheit der religiösen Dimension für eine Mitarbeit im kirchlichen Dienst als dessen Eigenart zum Ausdruck gebracht.122 Sie ist eine Art „kirchliches Unternehmensleitbild“123 und steht in einem Zusammenhang mit der Beschreibung der Kirche als Gemeinschaft, die der Glaube an Jesus Christus, als dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn begründet.124 Der Gedanke der christlichen Dienstgemeinschaft soll deshalb auch in den Verfahrensstrukturen einer Arbeitnehmerbeteiligung an der Gestaltung der Arbeitsbedingungen zum Ausdruck kommen.125 Es hatte sich in den verfassungsrechtlichen Grundlagen für die Absicherung der eigenen Angelegenheiten der Kirchen gezeigt, dass in ihrem organisatorisch-betrieblichen Bereich den Kirchen durch die staatliche Gesetzgebung „eigene“ Wege offen zu halten sind, damit sie ihren Grundsätzen und Leitbildern einer christlichen Dienstgemeinschaft aller ihrer Mitglieder nachkommen können. Es geht somit ausschließlich darum, dass es den Kirchen verfassungsrechtlich gewährleistet ist, in den Schranken des für alle geltenden Gesetzes den kirchlichen Dienst nach ihrem Selbstverständnis zu regeln und die spezifischen Obliegenheiten der kirchlichen Arbeitnehmer zu umschreiben und verbindlich zu machen.126

Diesem kirchlichen Selbstverständnis des Dienstes, woraus sich der Begriff der Dienstgemeinschaft für die Grundlegung des Arbeitsrechtes in der Kirche ableitet,127←27 | 28→ ist vielfach entgegengehalten worden, es w...

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