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«Dritter» Weg und KAGH

Geschichte, Struktur, Zusammenhänge

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Matthias Nowotny

Der Band thematisiert die Zusammenhänge zwischen «Drittem» Weg und Kirchlichem Arbeitsgerichtshof in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit und Entstehung. Die Kirchen eröffneten für die kollektivrechtliche Ordnung der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen einen eigenen Weg. Was bedeutet dieser «Dritte» Weg für die Kirchen bei der Ausgestaltung des kollektiven Arbeitsrechts? Um diese Frage zu beantworten, berücksichtigt der Autor die aktuelle deutsche und europäische Rechtsprechung. Ferner beschreibt er die Herausbildung und den Aufbau einer kircheneigenen Gerichtsbarkeit. Das Buch zeigt, welche Chancen der «Dritte» Weg für das kirchliche Arbeitsrecht eröffnet. Dass dies nur in einem engen Miteinander zwischen kirchlichen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geschehen kann, ist die Überzeugung des Autors.

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27 Endergebnis

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27 Endergebnis

27.1 Die Zulässigkeit des „Dritten“ Weges

Das kirchliche Selbstbestimmungsrecht bildet die Grundlage für die Ausgestaltung des kirchlichen Dienst- und Arbeitsrechts1966 und damit auch letztlich für die Entstehung des KAGH. Diese Arbeit zeigte die grundlegenden Zusammenhänge zwischen dem „Dritten“ Weg der katholischen Kirche und dem KAGH in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit und Entstehung. Durch die verfassungsrechtlichen Normen aus Art. 4 GG, Art. 140 GG i. V. m. Art. 137 Abs. 3 WRV wird die kirchliche Freiheit im Staat anerkannt und den Kirchen für die Erfüllung ihrer „eigenen“ Angelegenheiten ein eigener Gestaltungsspielraum zugeordnet. Zwischen Kirche und Staat besteht ein System der kooperativen Trennung. Es ermöglicht den Kirchen, ihr Selbstverständnis umfassend im religiös-neutralen Staat und in seiner Rechtsordnung in den Schranken des „für alle geltenden Gesetzes“ selbständig zu verwirklichen. Ein „für alle geltendes Gesetz“ i. S. d. Art. 140 GG i. V. m. Art. 137 Abs. 3 S. 1 WRV kann nur ein solches sein, das dem Schutz eines schlechthin ohne Rücksicht auf eine bestimmte Glaubenshaltung zu schützendes Rechtsgut dient. In sachlicher Hinsicht schützt das Selbstbestimmungsrecht die Ordnung und Verwaltung der eigenen Angelegenheiten. Im Verhältnis von Art. 137 Abs. 3 WRV zu Art. 4 GG zeigt sich, dass die Glaubensfreiheit die durch Art. 140 GG i. V. m. Art. 137 Abs. 3 WRV geregelte staatskirchenrechtliche Ordnung mittelbar prägt. Art. 4 GG und die Gewährleistungen aus Art. 140 GG stehen...

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