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Arbeitsmarktentwicklung und -regulierung

Zwischen Fachkräftemangel und Migration

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Edited By Stefan Kolev, Bernhard Seliger, Jüri Sepp and Ralph Michael Wrobel

Der Arbeitsmarkt stellt traditionell in vielen marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaften einen Ausnahmebereich dar. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es sich auch beim Arbeitsmarkt um einen Markt handelt, bei dem die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage zustande kommt. Derzeit sind Fachkräftemangel und Migration die zentralen Themen.

Die Beiträge diskutieren die Interdependenz dieser beiden Entwicklungen sowohl aus volkswirtschaftlicher als auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive. Zusätzlich untersuchen sie sektorale Arbeitsmärkte in Europa sowie internationale Entwicklungen, sowohl im Hinblick auf die marktlichen Aspekte als auch auf die staatliche Regulierung. Damit bietet der Band einen vielseitigen Überblick über die derzeit meistdiskutierten Themen der Arbeitsmarktentwicklung.

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Der Arbeitsmarkt in Nordkorea am Beispiel des Industriekomplexes in Kaesong (Seo Byung-Chul / Bernhard Seliger)

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Seo Byung-Chul und Bernhard Seliger1

Der Arbeitsmarkt in Nordkorea am Beispiel des Industriekomplexes in Kaesong

1.   Einführung

Seit je her sind die Umweltbedingungen auf der koreanischen Halbinsel alles andere als ideal für ein einfaches Überleben. Während es in der ersten Jahreshälfte viel zu kalt ist für den ertragreichen Nahrungsmittelanbau, erschwert die feuchte Hitze diesen in der zweiten Jahreshälfte ebenfalls erheblich. Landwirtschaftliche Produktion erfordert sehr viel Mühe, wodurch das koreanische Volk Beflissenheit und eine starke Arbeitsmoral entwickelte. Obwohl sie im Lauf ihrer Geschichte schwere Zeiten durchstehen mussten, konnten die Südkoreaner, nach Erlangung ihrer politischen Freiheit, somit der Welt binnen weniger Jahrzehnte zeigen, zu welchen Leistungen sie fähig sind. An dieser Stelle ist es wohl nicht nötig, näher auf bestimmte Produkte oder Wirtschaftsbereiche einzugehen, in denen Korea heute Weltmarktführer ist.2 Ebenso wenig bedarf es einer Erläuterung der Wohlstandbedingungen unter welchen die Menschen im Süden der Halbinsel leben.

Auch Nordkoreaner gelten im Allgemeinen als fleißig und belastbar. Deshalb sind sie z.B. in China beliebte Arbeitskräfte, deren Beschäftigung allerdings im Zuge der politischen Sanktionen gegen Nordkorea und wegen der teilweise unmenschlichen Arbeitsbedingungen im Ausland zunehmend in die Kritik geraten ist. Sie teilen, bis auf die letzten 70 Jahre, die tausendjährige Geschichte des Südens – auch wenn in ihrem Landesteil bereits seit mehreren hundert Jahren ein größeres Gewicht auf bestimmten Wirtschaftssektoren, wie Bergbau und...

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