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Musik und Handlung

Die Funktionen der Musik in Oper, Film und Schauspiel mit einer exemplarischen Betrachtung von Albert Lortzings Werken

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Dana Pflüger

Die Verbindung von Handlung und Musik ist ein zentrales Merkmal in Oper, Film und anderen theatralen Formen. Doch welche Funktionen erfüllt die Musik für die Handlung? Mit welchem Zweck wird sie eingesetzt und von wem? Ist sie Ausdruck der Gefühle der Figuren oder ein Kommentar des Komponisten ans Publikum? «Hören» die Figuren selbst die Musik? Antworten auf diese Fragen sammelt die Autorin aus allen relevanten Fachgebieten und nutzt die Betrachtung von Leitmotivik, Kommunikationsmodellen, Theatersemiotik, Schauspielmusik und Filmmusik zur Entwicklung eines eigenen umfassenden und für alle musiktheatralen Gattungen gültigen Funktionssystems. In Beispielen aus Werken Albert Lortzings zeigt sich paradigmatisch das virtuose Spiel des Komponisten mit den unterschiedlichen Funktionen der Musik.

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Vorwort

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Die Frage nach den Funktionen der Musik in der Oper kreuzte meinen Weg zum ersten Mal während meines Studiums der Musiktheaterdramaturgie an der LMU München im Sommersemester 2008 in einem Proseminar bei Dr. Frank Halbach über den Traum in der Oper. Beim Analysieren verschiedenster Traumszenen und ihrer jeweiligen kompositorischen Umsetzung fehlte uns eine adäquate wissenschaftliche Terminologie für die Funktionen der verwendeten Musik. Mein damaliger Kommilitone Martin Petschan und ich hatten jedoch Blut geleckt und versuchten auch außerhalb des Seminars in allerlei theoretischen Gedankengebilden eine Annäherung an die kommunikativen Wirkungsweisen verschiedener Funktionen der Musik. Schwer nachvollziehbar erscheint mir auch heute noch, daß die Opernforschung hierzu nicht längst ein Grundlagenwerk vorgelegt hat.

Die enge Verwandtschaft von Oper und Film in Bezug auf die Verwendungsmöglichkeiten der Musik entdeckte ich 2011 im Zuge meiner Diplomarbeit, die einen Vergleich zwischen Jonathan Larsons Musical Rent und Giacomo Puccinis Oper La Bohème unter dem Aspekt filmischer Verfahrensweisen unternahm. Inspiration für dieses Thema waren die Bohème-Inszenierung von Balázs Kovalik und die Rent-Inszenierung von Stefan Huber 2009 an der Bayerischen Theaterakademie.

Folgerichtig war also der Beginn einer Dissertation, die einerseits filmmusikwissenschaftliche Erkenntnisse für die Musiktheaterwissenschaft fruchtbar macht und andererseits die Funktionen der Musik mit musik- und theaterwissenschaftlichen Methodiken fundiert. Mit Prof. Dr. Joachim Veit und Dr. Irmlind Capelle fand ich 2012 am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Detmold/Paderborn eine ideale Anlaufstelle für mein Vorhaben.

Der andere ‚Handlungsstrang...

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