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Musik und Handlung

Die Funktionen der Musik in Oper, Film und Schauspiel mit einer exemplarischen Betrachtung von Albert Lortzings Werken

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Dana Pflüger

Die Verbindung von Handlung und Musik ist ein zentrales Merkmal in Oper, Film und anderen theatralen Formen. Doch welche Funktionen erfüllt die Musik für die Handlung? Mit welchem Zweck wird sie eingesetzt und von wem? Ist sie Ausdruck der Gefühle der Figuren oder ein Kommentar des Komponisten ans Publikum? «Hören» die Figuren selbst die Musik? Antworten auf diese Fragen sammelt die Autorin aus allen relevanten Fachgebieten und nutzt die Betrachtung von Leitmotivik, Kommunikationsmodellen, Theatersemiotik, Schauspielmusik und Filmmusik zur Entwicklung eines eigenen umfassenden und für alle musiktheatralen Gattungen gültigen Funktionssystems. In Beispielen aus Werken Albert Lortzings zeigt sich paradigmatisch das virtuose Spiel des Komponisten mit den unterschiedlichen Funktionen der Musik.

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A. Einleitung

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A. Einleitung

»[Musik hat die] Möglichkeiten, Handlung, Inhalte oder auch eine darüber hinausgehende Aussage (künstlerischer, politischer oder gesellschaftlicher Art) zu gestalten. Das Verhältnis dieser ‚Aussage‘ – emotionaler, intellektueller Art – zur Musik dürfte ein entscheidendes Kriterium für das Musiktheater ausbilden: letztlich die Art und Weise mit Musik Geschichten zu erzählen.«1

Opern gibt es schon seit über 400 Jahren und ebenso lange findet eine theoretische Beschäftigung mit dieser erfolgreichen Kunstgattung statt. Warum – so fragt man sich – gibt es dann nicht längst eine etablierte und umfassende Beschreibung der Funktionen der Musik in der Oper?

Die Antwort liegt in der Eigenart der Kunstgattung Oper selbst, denn sie ist ihrem innersten Wesen nach intermedial angelegt. Es bedarf daher mehrerer Disziplinen, um ihr gerecht zu werden. Wenngleich diese Erkenntnis eigentlich selbstverständlich ist und ohne Zweifel dem derzeitigen Stand der Forschung entspricht, kann sie auf keine lange Geschichte zurückblicken2. Die Ursache dafür ist in den Eigenarten der beiden maßgeblich beteiligten wissenschaftlichen Disziplinen zu suchen: Die Musikwissenschaft nahm vor allem die musikalischen Aspekte der Oper in den Fokus und bevorzugte daher Opern, die keine gesprochenen Texte enthalten. Diese←3 | 4→ bildeten »den von der Musikwissenschaft her gesehen methodologisch […] am besten erschließbaren Bereich, der den nontheatralen Formen der musikalisch-vokalen Kunst direkt benachbart ist«3. Wo die Musik jedoch nur vorübergehender Bestandteil eines Werkes ist, fehlte der Musikwissenschaft mitunter eine wissenschaftlich gesicherte Herangehensweise an die nicht-musikalischen Passagen4.

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