Show Less
Full access

Darstellung der Tuareg-Rebellionen in Mali in deutschsprachigen Massenmedien

Eine text- und diskurslinguistische Medienanalyse anhand ausgewählter Zeitungsartikel

Series:

Djouroukoro Diallo

Die Publikation untersucht die mediale Repräsentation der Tuareg-Rebellionen aus dem westafrikanischen Land Mali in den Massenmedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Anhand ausgewählter Zeitungsartikel zeigt der Autor den Wandel des deutschsprachigen Mediendiskurses über diese bewaffneten Konflikte von 1990 bis 2014, die den Medien den Tuareg zuschreiben. Zuerst unternimmt er eine „historische Kontextualisierung" der Tuareg-Rebellion. Im zweiten Teil erfolgt eine diskursive Analyse der Beschreibung der involvierten sozialen Akteurinnen und Akteure auf semantischer, syntaktischer und lexikalischer Ebene.

Show Summary Details
Full access

3 Begriffskontextualisierungen

←20 | 21→

3Begriffskontextualisierungen

« Que ceux qui ont pris des armes par […] dignité se convainquent que c’est seulement au sein de la nation malienne que cette dignité sera la mieux assurée. Que ceux qui ne sont que des insoumis ou bandits de grands chemins et par conséquence se sont mis au banc de la société et de leur propre communauté, soient traqués et punis conformément aux lois de la République ».4

Aus dieser Aussage des ehemaligen „Homme fort de Bamako“ Amadou Toumani Touré (ATT)5 lassen sich unterschiedlichste Bezeichnungen für den Feind in der großen Rebellion der Jahre 1990 bis 1996 ablesen. Es kann zwischen den Kategorien „ceux qui ont pris des armes par […] dignité“, „des insoumis“ und „des bandits de grands chemins“ differenziert werden. Einerseits spricht ATT die Kategorie der Rebellen an, die sich durch die Rebellion gegen die Militärdiktatur von General Moussa Traoré (GMT) erhoben haben. Diese Rebellengruppe wurde durch die Bewegungen „Mouvement Patriotique de l’Azawad“ (MPA) oder „Mouvement Patriotique pour la Libération de l’Azawad“ (MPLA) vertreten, die nach dem Friedensabkommen von Tamanrasset im Januar 1991 sowie dem Pacte National im April 1992 Mali als ihre Heimat anerkannten. Dank dieser Haltung wird in den politischen und intellektuellen Kreisen der malischen Elite die Rebellion von 1990 bis 1996 als wichtiger Bestandteil der Demokratisierungsbewegung im ganzen Land gegen das Diktat von GMT betrachtet (vgl. Bourgeot 2013, Doumbi-Fakoly 2004). In diesem Sinne zeigt eine großMehrheit der Elite ein klares Verständnis für die politischen Beweggründe dieses bewaffneten Konfliktes.←21 | 22→

Andererseits unterscheidet ATT in dem oben angebrachten Zitat noch zwischen den „insoumis“ und den „bandits de grands chemins“. Diese letzten Bezeichnungen beziehen sich meist auf die in der Tuareg-Gesellschaft entstandene soziale Gruppe der Ishumar, auf die im Verlauf des vorliegenden Dissertationsprojektes ausführlicher einzugehen sein wird. Die Ishumar sind für ihre Abneigung gegenüber allen Gesetzformen innerhalb der Staatsgrenzen im Sahara-Bereich bekannt.

Diese diskursive Unterscheidung entsprach auch im Jahr 1994 der Realität zwischen den diversen politischen und militärischen Protagonisten auf dem Terrain. Trotz des Friedensabkommens von Tamanrasset kehrte im nördlichen Landesteil Malis der Frieden nicht zurück. Ganz im Gegenteil gingen aus diesem Abkommen verschiedenste Rebellenorganisationen wie unter anderem „Le Front Populaire pour la Libération de l’Azawad“ (FPLA), „Le Front Islamique Arabe de l’Azawad“ (FIAA) und „L’Armée Révolutionnaire pour la Libération de l’Azawad“ (ARLA) hervor, die sich von der zentralen Regierung distanzierten (vgl. Lecocq 2010, Ag Mohamed/Coulibaly/Drabo 1995). Wie an späterer Stelle in diesem Forschungsprojekt noch berichtet wird, nennt Lecocq (2010) diese Phase des Aufstandes von 1990 bis 1996 die „konfuse Rebellion“.

Diese Situation führte zu einer Lage der allgemeinen Unsicherheit im gesamten Norden. In den malischen Zeitungen war zu diesem Thema Verschiedenes zu lesen, darunter: „Double attaque au Nord: 20 morts, 20 blessés“6, „Port d’armes interdit au Nord“7, „Problème du Nord: l’Assemblée Nationale exige plus de fermeté“8, „Attaques répétées au Nord“9, „TENENKOU sous le feu des bandits“10 oder „Communauté touarègue: psychose de l’insécurité“11. All diese Artikel berichten über die unüberschaubare Unsicherheitslage im Norden, die aus der Präsenz zahlreicher bewaffneter Gruppen mit verschiedensten politischen sowie militärischen Zielsetzungen im selben Gebiet resultierte.

Auch in deutschsprachigen Zeitungen sind unterschiedlichste Titel zur selben Thematik zu finden: „Tuareg-Rebellion in Mali soll beigelegt werden – Verhandlungen“12, „Kämpfe im Norden von Mali: Mehr als dreissig ←22 | 23→Todesopfer“13, „Malis Tuareg-Rebellen strecken weitere Friedensfühler aus. Die Aufständischen im benachbarten Niger dementieren die angekündigte Waffenniederlegung“14, „Ende der Tuareg-Revolte im Norden Malis? Neues Friedensabkommen unterzeichnet“15, „AFRIKA: Separatisten, Rebellen, wackelige Regime“16.

Anhand dieser Schlagzeilen wird ersichtlich, dass Begriffe wie Rebellion, Rebellen, Aufstand, Aufständische, Revolte und Separatisten den Mediendiskurs über die Tuareg-Rebellionen in Mali dominieren. Die oben erwähnten Kategorisierungen stellen eine Definitionsproblematik bezogen auf die (Selbst-)Wahrnehmung in der diskursiven Konstruktion des Feindbildes dar, indem ATT diskursive Strategien der Ein- und/oder Ausschließung der Dichotomie Freund/Feind anhand der erwähnten Mechanismen nach Kategorien verwendet. Implizit unterscheidet er zwischen den Rebellen, „[les] insoumis“, und den Banditen. Oft beschreibt die malische Presse „[les] insoumis“ als die „Irredentisten“17.

Im Rahmen der vorliegenden Dissertationsarbeit stehen dieselben Nominalisierungen im Mediendiskurs auch im Zentrum der Diskussion sowie der diskurslinguistischen Analyse über die angesprochenen bewaffneten Konflikte im Norden Malis. Deshalb sollen sie im Folgenden erläutert werden.

3.1Irredentismus und/oder Irredentist oder Autonomist?

« Dans le discours historique que le Capitaine Diby Silas Diarra, alors Commandant du Cercle de Kidal, a prononcé, le 22 septembre 1964 dans la capitale des Ifoghas, à l’occasion du quatrième anniversaire de l’indépendance du Mali, transparaît la stratégie qui a permis au premier président du jeune État malien, Modibo Kéïta, de juguler les premières manifestations de l’irrédentisme targui inspiré par les forces néocolonialistes. »18

In einem Artikel über die erste Rebellion in Mali (1963–1964) beschreibt der Autor den Umgang der damaligen Regierung mit diesem Aufstand. Zur Illustration führt er seinen Artikel mit einem Zitat des Vertreters des malischen Staates ←23 | 24→in der Region von Kidal ein. Daraus ist die epistemologische Konstruktion des politischen Diskurses in Mali über diese Rebellion zu entnehmen. Zudem zeigen Begriffe wie „irrédentisme targui“ und „les forces néocolonialistes“ die Interpretation dieses Aufstandes von denselben Akteuren auf. Der Autor der vorliegenden Arbeit behauptet, dass in Mali ein Konsens über die Wahrnehmung der Tuareg-Rebellionen herrscht. Diese Konflikte hätten aufgrund der noch auszubeutenden Ressourcen bzw. Bodenschätze in diesem Landesteil exogene Ursachen, die hauptsächlich das ehemalige Kolonialland Frankreich zu verantworten hat (vgl. Wiedemann 2012). Dies illustriert die folgende Schlagzeile über die Rebellion von 2012 unter Leitung des „Mouvement National de Libération de l’Azawad“ (MNLA): „Le deal France/MNLA: Un véritable complot contre le Mali“19. Darauf basierend werden die Tuareg-Rebellionen als irredentistische Bewegungen wahrgenommen. Im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) wird der Terminus Irredentismus wie folgt definiert:

„Der Begriff Irredentismus umschreibt zunächst die Geisteshaltung jener, die nach der Einigung Italiens 1861 die Befreiung (ital. redimere) der unter Österreich-Ungarn verbliebenen italienischen Gebiete Trentino und Triest befürworteten. Ab Ende des 19. Jh. wurde die in ihrer Bedeutung erweiterte Bezeichnung Irredentist nicht nur auf die Befürworter eines Anschlusses der italienischen Schweiz an Italien angewandt, sondern auch auf besonders überzeugte Verfechter der Italianità“

(HLS)20.

So beschrieben symbolisiert Irredentismus primär die politische Einstellung, der zufolge alle Mitglieder einer kulturellen sowie sprachlichen Gemeinschaft unter demselben politischen Dach eines Einheitsstaates zu vereinigen sind. Laut dieser Definition waren Ende des 19. Jahrhunderts Irredentisten Menschen, die von der Zusammengehörigkeit aller italienischsprachigen Gemeinschaften zum italienischen Staat bzw. zu Italien als Herkunftsland und -kultur oder der italianità überzeugt waren. In diesem Kontext hat die Schweiz auch ihre Erfahrungen mit dieser Geisteshaltung gemacht, indem ihre Einheit als Land mit diversen sprachlichen und kulturellen Unterschieden bedroht war. Diesem Konzept zufolge würden zum Beispiel die Schweizer Kantone Tessin und Graubünden Italien als Mutterkultur angehören (vgl. Brosi 1935). So dargestellt bildete das Phänomen vom italienischen Irredentismus eine Gefahr für die territoriale Integrität der Eidgenossenschaft.←24 | 25→

3.1.1Merkmale des Irredentismus

Im Rahmen seiner Beschreibung dieser Problematik in der Schweiz gibt Brosi (1935) einen groben Überblick über das Phänomen des Irredentismus, das in den Jahren 1930 zu einer weltweiten Thematik geworden war. Dabei interessiert er sich vor allem für die zahlreichen irredentistischen Fälle in Europa, deren Konsequenzen auch heute noch aktuell sind. Darunter können die Abspaltungsversuche der belgischen Kultureinheiten und die politischen Umwälzungen im ehemaligen Jugoslawien zählen. Zudem thematisiert Brosi (ebenda) die damals geltenden Sprüche als ausgeprägte Formen von Irredentismus wie „Asien den Asiaten“ und „Afrika den Afrikanern“, die in jener Zeit als Lösung gegen den europäischen Kolonialismus gedient haben sollen. Aber Brosi (1935) kritisiert das vehement und warnt vor der Gefahr der Germania irredenta:

„[…] [Z]‌u böser Letzt Europas gefährlichster Irredentaherd: Deutschland. Das dritte21 Reich träumt von einem Imperium teutonicum und erhebt den Herrschaftsanspruch auf alles, was deutscher Zunge oder was germanischer Rasse ist. Es propagiert die Irredentaidee mit allen Mitteln moderner Propaganda, erstrebt für die deutschsprachigen Minderheiten eine Art Kulturprotektorat und verbreitet eine Gefühlsirredenta, die später einmal den Reichstitel zur Angliederung abgeben soll, sobald die historische Stunde geschlagen hat. Eine neue große Irredentawelt tut sich auf: die Germania irredenta

(Brosi 1935: 8 f.).

Diese Wahrnehmung zeigt, dass Brosi (ebenda) diese politische Einstellung ferner als größte Gefahr für Europa und speziell für die Schweiz verstand. Von den italienischen und deutschen Seiten ihrer Grenzen war die Existenz der Schweiz als einheitliche Willensnation von Irredentisten bedroht. In seiner Analyse unterscheidet Brosi (1935) zwischen zwei Formen von redenzione.

Erstere besteht darin, im Rahmen desselben staatlichen Verbandes zu bleiben, um später mehr Autonomie in der politischen sowie wirtschaftlichen Entscheidungsfindung im Leben der betroffenen Gemeinschaft zu haben. Letztere bedeutet die komplette Abspaltung von einem Staat, um sich entweder als eigenständiges Land mit entsprechenden politischen Machtorganen zu etablieren oder einem anderen politischen Machtsystem mit gleichen kulturellen sowie sprachlichen Werten beizutreten. In diesem Kontext sind redentori diejenigen Personen, die den einen oder anderen Typ der redenzione bereits erlangt haben. Hingegen werden mit irredenti diejenigen bezeichnet, die ihre Abspaltungszielsetzungen ←25 | 26→in Form einer Autonomie oder einer Unabhängigkeit noch nicht erreicht haben (vgl. Brosi 1935). Dementsprechend definiert Brosi (1935) Irredentismus wie folgt:

„Wort und Begriff entstammen der italienischen Sprache. Redimere heisst erlösen, befreien; redento bedeutet erlöst, irredento unerlöst. Voraussetzung und Anlass waren die terre irredente d.h. vom Regno losgelöste, der Geschichte, Sprache und Kultur nach italienische Volksteile“

(Brosi 1935: 19).

Darauf basierend setzt Irredentismus folgende Merkmale voraus:

ethnische Gemeinsamkeiten,

sprachliche Gemeinsamkeiten,

kulturelle Gemeinsamkeiten,

politische Verbindung zum Mutterland und

Bildung einer eigenen Staatsnation (vgl. Brosi 1935: 20; Mayr 1917).

Diese Eigenschaften könnten den Beweggründen der Tuareg-Rebellionen in Mali und in Niger entsprechen.

3.1.2Irredentismus und ethnische Zugehörigkeit im Kontext der Tuareg-Rebellionen

In einem Artikel über die Weiterentwicklung der Rebellionen im Norden Malis titelt das Magazin Jeune Afrique: „Nord du Mali: de l’irrédentisme touareg à la guerre tribale?“22 Dieser Artikel berichtet über die Abstufung der ethnischen Zugehörigkeit zu einem Klan-Geist zwischen den verschiedenen Tuareg-Gruppierungen in diesem Landesteil. Speziell handelt es sich um die internen Feindschaften zwischen den Aristokraten Ifoghas und den Vasallen Imghad, deren Ursprung auf soziokulturelle Eigenschaften zurückgehe. Dementsprechend gehen diese Gruppierungen verschiedene Allianzen mit dem oder gegen den malischen Staat an, um ihre Machtposition zu verstärken. Zudem zeigt der Artikel auf, wie die Parteien in ihren politischen, wirtschaftlichen sowie militärischen Bündnissen stark auf ihren ethnischen bzw. klanischen Zugehörigkeiten beruhen. Wie an späterer Stelle in der vorliegenden Arbeit zu thematisieren sein wird, hat dieses Verhältnis die genannten Tuareg-Rebellionen immer vor große ←26 | 27→Schwierigkeiten gestellt, da sie keine einheitlichen politischen Zielsetzungen verfolgen konnten.

Aber andererseits besteht die Stärke der Tuareg-Rebellionen auch in dem Merkmal der ethnischen Zugehörigkeit. Deshalb bezeichnet sie Klute (2013) als ethnizistische Organisationen. Im Gegensatz zum (FIAA), „Le Front Islamique Arabe de l’Azawad“, konnte keine Rebellenorganisation in ihre Appellation direkt erkennbare ethnische Komponenten wie „Tuareg“ integrieren. Somit ist keine bewaffnete Gruppe anhand ihrer Benennung de facto als ethnizistische Organisation zu erkennen, obwohl sie vor allem auf dieser ethnischen Eigenschaft beruhen (vgl. Klute 2013, Bourgeot 2013, Lecocq 2010). Dies illustriert folgende Schlagzeile von „L’indicateur du Renouveau“, die vor einer Ausdehnung des irredentistischen Phänomens im ganzen Sahel-Bereich warnt: „Irrédentisme au sahel: Des Touaregs du Sud de l’Algérie haussent le ton“23. Demzufolge gab es im benachbarten Algerien Gerüchte über eine mögliche Rebellion der dort ansässigen Tuareg, die sich den Tuareg-Gruppierungen in Mali anschließen würden. Dies beweist, dass eine ethnische Wahrnehmung der Rebellionen im ganzen Sahel-Sahara-Bereich herrscht. Außerdem ist bekannt, dass Aufstände der Tuareg in Mali und in Niger gleichzeitig stattfinden.

3.1.3Irredentismus und territoriale Ansprüche im Kontext der Tuareg-Rebellionen

In Mali beanspruchten alle Rebellionen der Tuareg-Minderheit ethnische Identität und territoriale Zugehörigkeit. Seit der Rebellion von 1963 bis 1964 identifizieren sich alle bewaffneten Gruppen dieser Minderheit mit dem Territorium namens Azawad, das als Basis einer kulturellen und sprachlichen Identitätsbildung dienen soll. Dies ist den Bezeichnungen der Rebellengruppen zu entnehmen: „Mouvement Patriotique de l’Azawad“ (MPA) oder „Mouvement Patriotique pour la Libération de l’Azawad“ (MPLA), „Le Front Populaire pour la Libération de l’Azawad“ (FPLA), „L’Armée Révolutionnaire pour la Libération de l’Azawad“ (ARLA). Sogar in der Wissenschaft wurde die Identitätskonstruktion der Tuareg-Minderheit auf territorialer Basis von Claudot-Hawad (1996, 1994, 1993, 1992, 1990, 1987 etc.) befürwortet. Dabei verwendet sie diskursive Merkmale wie die „Tuareg-Heimat“ bzw. „le pays touarègue“ und/oder „la nation touarègue“. Dies deutet deutlich auf Züge einer irredentistischen Bewegung hin, die sich in Mali in Form eines bewaffneten Konfliktes manifestiert.←27 | 28→

Im Jahr 2012 waren in deutschsprachigen Medien folgende Schlagzeilen zu lesen: „Alt-neuer Wunsch nach Selbstbestimmung“24 oder „Chaos in Mali: Tuareg- Rebellen rufen eigenen Staat aus“25. Der Autor leitet seinen Artikel wie folgt ein: „Die einen sehen es als Besetzung, die anderen als Befreiung: Tuareg- Rebellen haben im Norden Malis einen unabhängigen Staat ausgerufen. Sie nennen ihn Azawad“. Im Diskurs der Rebellen wird dieses Territorium immer als Pendant zum malischen Staat dargestellt, um politische und wirtschaftliche Forderungen zu legitimieren. Weiterhin wird Azawad sogar als Heimat der Tuareg verstanden.

Auf Basis solcher Interpretationen erklärte das MNLA am 6. April 2012 seine unilaterale Unabhängigkeit vom malischen Staat. Allesamt beziehen sie sich auf die Toponymie Azawad: „[T]‌he Azawad is located in the southwestern part of the Republic of Mali stretching from just north of the Niger River to the ancient salt mines of Taghaza and the Adghagh and from north east of Tumbuktu to the present border with Mauritania […]“ (Shoup 2012: 164).

Angesichts dieser ethnischen und territorialen Merkmale können die Rebellionen im Norden Malis als irredentistische Bewegungen bezeichnet werden. In allen Verhandlungen mit der malischen Regierung hoben die Rebellen primär ihre ethnische bzw. kulturelle Identität und territoriale Zugehörigkeit als Tamasheq-Sprechende sowie Nomaden in der Sahara hervor. Im Rahmen einer Lösungsfindung durch Verhandlungen, die mithilfe der traditionellen Häuptlinge durchgeführt wurden, konnte eine Situation relativer Souveränität entstehen, die auf ethnischer Basis von den traditionellen Chefferien getragen wurde. Dieses Phänomen nennt Klute (2013) Parasouveränität. Dieses Konzept besteht darin, eine aufgrund ethnisch-traditioneller Machtposition zwischen Rebellen und Zentralstaat intermediäre Rollen zu spielen.

Diese parasouveräne Situation resultierte aus der Rebellion der ADC (2006–2007). Diese Lage zumindest im Bereich der Sicherheit hat zu einer indirekten Autonomie der Tuareg-Regionen bzw. des Gebietes von Kidal im Norden Malis geführt, die jedoch klare ethnische Spezifika aufweist (vgl. Klute 2013, Kéita 2012). In diesem parasouveränen Rahmen haben die nomadischen Bevölkerungen ihre eigene Sicherheit verantwortet, indem das malische Militär nur in urbanen Bereichen agieren durfte.←28 | 29→

Zusammenfassend werden in den Tuareg-Rebellionen auf Basis einer pars pro toto metonymischen Repräsentation einer ethnischen Gruppe Kriege angezettelt, um toponymisch territoriale Ansprüche bezogen auf sprachliche und kulturelle Identitäten im Rahmen eines autonomen Gliedstaates oder eines unabhängigen Staates zu erheben. Vor diesem Hintergrund sollen zunächst weitere Begriffe diskutiert werden.

3.2Aufstand, Kleinkrieg oder Guerilla

Der Duden26 definiert den Begriff Aufstand kurz und bündig als „Empörung, Aufruhr, Erhebung“. Diese Definition wird vom Autor der vorliegenden Arbeit jedoch für unbefriedigend gehalten. Sie führt einfach weitere Nominalisierungen ein, ohne den Kontext zu hinterfragen. Bezogen auf Engels schildert das KWM27 den Aufstand als „[…] eine Kunst, genau wie der Krieg oder irgendeine andere Kunst, [die] […] gewissen Regeln unterworfen [ist]. […] Er ist eine Rechnung mit höchst unbestimmten Größen, deren Werte sich jeden Tag ändern können […]“ (KWM 1984: 117). Nach Meinung des Verfassers der vorliegenden Arbeit geht Klute (2013) von dieser Beschreibung aus, um den Begriff Kleinkrieg (low intensity conflict) einzuführen. Zunächst beschreibt Klute (2013) die Tuareg- Rebellionen als „Krieg“, weil man darin alle notwendigen Merkmale eines Krieges erkennen kann. Darauf folgend setzt Klute (ebenda) den Begriff Aufstand mit dem des Kleinkrieges (low intensity conflict) gleich. Auf dieser Grundlage nennt Klute (ebenda) die folgenden Grundprinzipien eines Aufstandes laut Engels:

nie mit dem Gedanken an einen Aufstand spielen, wenn man nicht fest entschlossen ist, alle Konsequenzen auf sich zu nehmen;

der Aufstand ist nicht planbar, seine Bedingungen können sich täglich ändern;

dem an Organisation, (militärischer) Disziplin und Autorität überlegenen Gegner nur mit starker, zahlenmäßiger Überlegenheit gegenübertreten;

mit Entschlossenheit handeln und immer die Offensive suchen; den Gegner überraschen, solange er zerstreut ist;

immer für kleine Erfolge sorgen, um das moralische Übergewicht zu erhalten und Unentschlossene auf die eigene Seite zu ziehen;

den Feind zum Rückzug zwingen, bevor er seine Kräfte hat sammeln können (Wallach 1852: 255–256, in Klute 2013: 193).←29 | 30→

Diese Prinzipien könnten dem berühmten Spruch Dantons „de l’audace, de l’audace, encore de l’audace“ (siehe KWM 1984) entsprechen, der den Hauptcharakter eines Aufstands bezeichnen soll. Dementsprechend verfolgt der Aufstand politische Zielsetzungen, die einer Revolution gleichkommen könnten. Im Kontext eines sozialen Klassenkampfes gemäß marxistisch-leninistischem Vorbild unterscheidet man im KWM (ebenda) folgende Charakterzüge: „den Aspekt des ‚Offensiven‘ […] und das Zusammenwirken von revolutionärer Armee und Revolutionsregierung, die beide gleich ‚dringend notwendig‘ sind […]“ (KWM 1984: 117).

In diesem Sinne besteht ein Aufstand aus einer Konstellation von politischen und militärischen Zielsetzungen, um eine Erneuerung bzw. Veränderung oder die Bekämpfung des bereits existierenden Systems zu ermöglichen. Aufgrund dessen geben die Autoren des KWM (1984) Entsprechungen dieses Begriffes wie „insurrection“ (englisch) und „insurrection“ (französisch) an. Im Gegensatz zum KWM (ebenda) nennt Clapham (1998) Aufstand „insurgency“ (englisch). Gemein aber ist all diesen Begriffen, dass sie einen bewaffneten Konflikt gegen das bereits etablierte Machtsystem bezeichnen, um auf sozialer Basis eine neue Machtordnung einführen zu können.

Diese Eigenschaft des Aufstandes sagt jedoch nichts über Aspekte der Intensität des daraus resultierenden Krieges. Laut Clapham (1998) finden ähnliche bewaffnete Konflikte in Afrika in Grenzgebieten statt, die als Peripherien der Machtzentren gelten. Solche Konflikte sind Guerillas, weil sie immer von einer kleinen Menschengruppe mit politischer Zielsetzung eingeleitet werden:

“[…] The development of armed movements, usually originated in the countryside and often attacking across state frontiers, which have sought to contest the power of African states, and have frequently established their own forms of rule, in territories from which the control of established states has disappeared. Guerillas’ is the most familiar term used to describe such movements […] originated in classic guerilla fashion as small armed bands in rural areas, guided by a political programme which, at least in their own eyes, sought some form of ‘liberation’ ”

(Clapham 1998: 01).

In der Folge beschreibt Clapham (ebenda) Guerilla als einen Konflikt, der mit geringer Intensität ein politisches Endziel verfolgt. Im Rahmen seiner Analyse bezieht sich Clapham (ebenda) ausschließlich auf Konfliktsituationen im postkolonialen Afrika. Hingegen situiert Polk (2009) Guerilla im Kontext des Widerstandskampfes gegen Fremdherrschaft, der sich gegen Kolonialregierungen richtet. Im Einklang mit Clapham (1998) setzt Polk (2009) Aufstand automatisch mit Guerilla in Verbindung, indem er die verschiedenen Phasen dieser Kriegsform schildert. In diesem Rahmen unterscheidet er zwischen der ←30 | 31→klassischen Guerilla-Taktik, der Zerschlagung des Verwaltungsapparates und dem Übergang von Guerilla zu einer konventionellen Armee.

Betreffend die Tuareg-Aufstände in Mali und Niger interessiert sich Klute (2013) vor allem für die Intensität der Kämpfe. Demnach unterscheidet er zwischen „großem Krieg“ und „Kleinkrieg“ bzw. „Krieg mit geringer Intensität“ (low intensity conflict). Darauf basierend fasst er den Begriff des Kleinkrieges wie folgt zusammen:

„Im Gegensatz zum geregelten, konventionellen Krieg ist der ‚Kleinkrieg‘ unkonventionell. Er ist unkonventionell, weil er nicht von einer bestimmten ausgewiesenen Gruppe von Personen, den professionellen Militärs, geführt wird, nicht ausschließlich gegen andere professionelle Militärs gerichtet ist und auch andere als die erlaubten Kriegswaffen einsetzt“

(Klute 2013: 195).

Auf dieser Grundlage gibt Klute (ebenda) einen Überblick über die verschiedenen Formen von Kleinkriegen und die entsprechende Taktik. Demzufolge stellt er einen Zusammenhang zwischen diesen Eigenschaften und den Kriegstraditionen der meisten nomadischen Völker her. In Anlehnung an Fuchs (1996) behauptet Klute (2013), dass die Nomaden dank ihrer Mobilität sowie Anpassungsfähigkeit zum Kleinkrieg geeigneter seien. Induktiv geht Klute (ebenda) von der Annahme Keegans (1997) über eine bessere Veranlagung des Nomadenlebens für den Kleinkrieg im Vergleich zu sesshaften Bevölkerungen aus, um die Tradition der Kriegsführung bei den Tuareg zu schildern. Dementsprechend findet er für diese Tradition in Mali und Niger folgende Merkmale heraus:

Die Rebellen operieren in kleinen, mobilen Gruppen. Nach einer ersten Phase des Krieges versuchen auch die Armeen der beiden Länder, eine Strategie mobiler Kleingruppen anzuwenden.

Die Rebellen in Mali und Niger besetzten natürliche Bergfestungen, die die jeweiligen nationalen Armeen wegen ihrer eigenen Mittel zu keiner Zeit einnehmen konnten.

Alle Krieg führenden Parteien setzten hauptsächlich leichte Waffen ein (Wenig Artillerie, keine Flugzeuge).

Sowohl auf Rebellen- als auch aufseiten der Militärs gab es geringe Verluste. Die Opfer unter der Zivilbevölkerung waren stattdessen vergleichsweise hoch. Das gilt besonders für Mali, wo zeitweise etwa die Hälfte der „weißen“ malischen Bevölkerungen (Tuareg und Mauren) vor Repressionen außer Landes flüchtete.

Es kam nicht zu einer offenen militärischen Unterstützung der Konfliktparteien durch auswärtige Mächte (Klute 2013: 27).←31 | 32→

Somit kann festgestellt werden, dass Klute (ebenda) Kleinkrieg im Grunde wie Guerilla versteht – der Unterschied zwischen den beiden Begriffen jedoch besteht aus dem Zusammenhang mit der Kriegstradition der Tuareg. Diesen Aspekt unterstreicht Klute (ebenda) als exotische Eigenschaft der Guerilla der Rebellionen in den Jahren 1990, um sie später als besondere Fähigkeit der Nomaden darzustellen. Dabei versucht er aufzuzeigen, dass sie für diese Kriegsform besser geeignet seien. Nach Meinung des Autors des vorliegenden Dissertationsprojektes ist dies allerdings nicht ganz zutreffend, da die ersten spanischen Guerilleros keine Nomadenvölker waren. Zudem hatten die erfolgreichsten Guerillakriege, etwa in China, Kuba oder Vietnam, nichts mit den Nomaden zu tun. Trotzdem ist zu erkennen, dass diese Taktik in Wüstenzonen besser funktioniert. Diese Tatsache macht daraus jedoch keine spezielle Besonderheit der Nomaden. Außerdem machten die Tuareg-Rebellen in Mali und Niger ihre ersten Erfahrungen mit dieser Art der Kriegsführung im Tschad, wo sie in den 1980er Jahren als Söldner Gaddafis im Einsatz waren.

Die Guerilla-Taktik lässt eher Merkmale der verschiedenen Formen der Razzien erkennen, die Claudot-Hawad (1990) ausführlich als wichtigen Bestandteil der Tuareg-Kultur beschreibt. Claudot-Hawad (ebenda) schildert diesen traditionellen Widerstandsmechanismus gegen das koloniale Eindringen im Sahara-Bereich anhand diverser Formen von Plünderungen wie folgt:

« Dès les premières menaces, la défense touarègue s’est organisée suivant les mécanismes traditionnels, c’est-à-dire d’une part en cherchant un renfort contre l’adversaire à travers des alliances nouées à l’intérieur de la société ou sur ses marges, d’autre part en pillant l’ennemi pour l’affaiblir et pour récupérer ses moyens de combat »

(Claudot-Hawad 1990: 23).

Auf dieser Grundlage unterscheidet Claudot-Hawad (ebenda) die Ehrenplünderung (aqqa), den Überraschungsangriff (téwét), das Rauben des Löwen bzw. „le vol du lion“ (térkebt) und die Razzien (akafal). Während sich „le vol du lion“ ausschließlich auf das Machtverhältnis des Stärkeren gegen den Schwächeren bezieht, sollen Razzien außerhalb des Kulturbereiches der Tuareg praktiziert werden. Laut Claudot-Hawad (ebenda) bilden diese Angriffsverhältnisse in der Tuareg-Kultur die Basis der Wahrnehmung des Lebens in Form einer ständigen Bewegung. Zudem fungieren sie als Regulationsmechanismen der Ressourcenverteilung, in der soziale Kategorien eine bedeutende Rolle spielen.

Neben diesen Aspekten ist die Realisierung politischer Zielsetzungen einer ethnizistischen Organisation wie der Tuareg-Rebellionen (Klute 2013) in einem pluri-ethnischen Kontext wie im Norden Malis sehr fragwürdig. Dies gilt umso mehr, wenn diese Organisation intern sowie extern in der Gesellschaft keinen ←32 | 33→eindeutigen Konsens finden kann, denn da „[…] die Guerilla wesentlich ein politischer Kampf ist, ist der Kern ihres Erfolges wie auch ihres Scheiterns politischer Natur und nicht dieser oder jener militärischer Faktor“ (KWM 1982: 463). Aus diesen Gründen wird davon abgesehen, in der vorliegenden Dissertationsarbeit die Tuareg-Aufstände als „Kleinkriege“ zu bezeichnen.

Außerdem neigen Nominalisierungen wie Kleinkrieg (Klute 2013) dazu, die Rebellionen als äußerst exotisches nomadisches Phänomen darzustellen, um den Mythos des Tuareg-Widerstandes zu verstärken. Als Nächstes soll nun der Begriff Rebellion bzw. Rebell diskutiert werden.

3.3Rebellion: Rebell oder Separatist

In dem Artikel „bandits, rebelles et partisans: une vision plurielle des évènements touaregs, 1990–1992“ kritisiert Claudot-Hawad (1992) den Stereotypisierungsprozess der Tuareg-Rebellionen der 1990er Jahre in den westlichen Informationsmedien. Sie beschuldigt die Medien in ihrem Diskurs, die Tuareg-Kämpfer als „[…] des hommes d’un autre âge: seigneurs de guerre, pillards et esclavagistes nostalgiques […]“ (Claudot-Hawad 1992: 143) darstellen zu wollen. Ihr zufolge hat diese abwertende diskursive Strategie bei den Staaten eine lange Tradition, indem sie ihre Widersacher während Aufständen als „Banditen“ repräsentierten.

Auf dieser Basis unterscheidet Claudot-Hawad (1992: 143) die Begriffe „Banditen“ und „Rebellen“ wie folgt: „[d]‌ans le langage officiel, cette terminologie, largement sollicitée en situation de crise, assimile les agissements des uns à des crimes de droit commun tandis qu’elle associe les actes des seconds à une contestation du pouvoir en place“ (Claudot-Hawad ebenda).

Aus dem Einführungszitat von ATT kann in den Bezeichnungen der verschiedenen Akteure diese diskursive Strategie abgeleitet werden. Dies illustriert die Anwendung der gleichen Mechanismen in Mali. Wie im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit zu zeigen sein wird, können in den malischen Zeitungen ähnliche epistemologische Strategien wahrgenommen werden. Vor allem aber fällt auf, dass die Bezeichnungen „Banditen“ und/oder „Rebellen“ während zweier (2) verschiedener Phasen des Konfliktes aufgetaucht sind. Während im Jahr 1990 die meisten Medien die Tuareg-Kämpfer als „Banditen“ beschrieben, ist ab dem Jahr 1991 im Diskurs der Politik sowie der Zeitungen der Begriff „Rebell“ bzw. „Rebellion“ zu finden.

Im Zeitraum von Juni 1990 bis Januar 1991 hatte die Rebellion in Mali keinen offiziellen Status, aber seit den ersten Verhandlungen mit dem Abkommen von Tamanrasset im Januar 1991 konnten die Vertreter der Rebellen mit den malischen Behörden für die Umsetzung dieser Vereinbarungen regelmäßige ←33 | 34→Gespräche führen. Ag Mohamed/Coulibaly/Drabo (1995) erklären den Kontext dieses Diskurswandels wie folgt:

« Pour les besoins de la [négociation], on assista à une mutation terminologique. L’expression ‹ bandits armés › qui avait servi jusqu’alors à désigner les rebelles laissait place à la formule ‹ Maliens égarés › (employée pour la première fois le 10 septembre [1990] à Gao) »

(Ag Mohamed/Coulibaly/Drabo 1995: 6).

Dies symbolisierte den Beginn eines diskursiven Wandels, aus dem sich später der Begriff „Rebell“ bzw. „Rebellion“ oder gar „Rébellion touaregue“ herauskristallisierte. Das beweist folgende Schlagzeile: „Niono: les rebelles touaregs sèment la terreur“28. Zudem hatten gewisse Zeitungen spezielle Rubriken über das „Dossier de la rébellion“29. So erläutert weist „Rebell“ eine Bedeutungsähnlichkeit mit „Separatist“ auf, was so viel bedeutet wie „[…] une personne favorable à une séparation, religieuse ou politique et désigne […] une personne qui demande ou fait une séparation politique par rapport à un Etat […]“ (Le Robert 1993). Demzufolge besteht dieser Begriff primär aus einer politischen sowie religiösen Handlung, nach der man sich von einer designierten Gemeinschaft bzw. von einem politischen Bund ausschließen will, um sich später auf neue Bündnisse einzulassen.

Laut Duden30 ist Separatist eher pejorativ konnotiert und stammt von dem englischen Begriff to separate. Dieser Interpretation zufolge kann Separatist auch synonym zu Irredentist und/oder Autonomist verwendet werden. Angesichts der Interpretationsproblematik des Diskurses bzw. der diversen Benennungen wird im Rahmen dieser Dissertationsarbeit der Begriff „Rebell“ bzw. „Rebellion“ vorgezogen, der nach Meinung des Autors trotz seiner politischen Eigenschaft neutraler erscheint.

4Zitat von ATT, in: L’Essor Hebdomadaire, Nr. 1802, 20.–21.08.1994, aus Maiga (1997).

5Lieutenant-colonel Amadou Toumani Touré, genannt ATT, organisierte den Putsch gegen den malischen Diktator General Moussa Traoré (GMT). Nach 18 Monaten Transitionsregierung überließ er Alpha Oumar Konaré (AOK), dem ersten demokratisch gewählten Präsidenten Malis, die Macht. Zehn Jahre später kandidierte er für die höchste Institution des Landes und war auch zehn Jahre lang an der Macht. Zwei Monate vor seinem Amtsaustritt wurde er durch einen Militärputsch gestürzt. Dieser Putsch im Kontext einer neuen Rebellion destabilisierte das Militär und führte zur Besetzung des Nordens des Landes durch Islamisten und Tuareg-Rebellen. Der Norden Malis wurde im Januar 2013 durch die französische Militäroperation SERVAL befreit.

6L’Observateur, Nr. 93, 04.07.1994, S. 5.

7Ebd.

8Les Échos, Nr.?, 04.07.1994, S. 4.

9Le Malien, Nr.?, 04.07.1994, S. 3.

10L’Observateur, Nr. 94, 11.07.1994, S. 5.

11Ebd.

12Copyright 2006 Schweizerische Depeschenagentur AG (SDA).

13NZZ 23.05.2008 Nr. 118 Seite 9, Teil 01.

14NZZ 20.08.2008 Nr. 193 Seite 5, Teil 01.

15NZZ 22.07.2008 Nr. 169 Seite 2, Teil 01.

16Focus Magazin, RUBRIK: Ausland; No. 23; 07.06.1993, Pg. 138–139.

17Siehe Midi-Info, Nr.?, 13.02.2014, www.malijet.com.

18Ebd.

19Mali Demain, Nr.?, 20.04.2012, www.maliweb.com.

20URL http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D17428.php.

21Schreibweise nach Brosi (ebenda).

22Lire l’article sur Jeuneafrique.com: Crise malienne | Nord du Mali: de l’irrédentisme touareg à la guerre tribale? | Jeuneafrique.com – le premier site d’information et d’actualité sur l’Afrique, 16/02/2015.

23L’indicateur du Renouveau, Nr.?, 03.04.2013, siehe www.maliweb.com.

24NZZ Nr.?, 02.04.2012. siehe http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/alt-neuer-wunsch-nach-selbstbestimmung-1.16217423.

25Spiegel, Nr.?, 06.04.2012, siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuareq-in-mali-rufen-eigenen-staat-azawad-aus-a-826165.html.

26Duden Deutsches Universalwörterbuch (8. Auflage) 2015.

27Kritisches Wörterbuch des Marxismus (KWM), Band 3 (Gattung bis Jugendfrage).

28Le Malien, Nr. 72, 25.07.1994, S. 3.

29Aurore, Nr.?, 04.08.1994.

30Duden Deutsches Universalwörterbuch (8. Auflage) 2015.