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Darstellung der Tuareg-Rebellionen in Mali in deutschsprachigen Massenmedien

Eine text- und diskurslinguistische Medienanalyse anhand ausgewählter Zeitungsartikel

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Djouroukoro Diallo

Die Publikation untersucht die mediale Repräsentation der Tuareg-Rebellionen aus dem westafrikanischen Land Mali in den Massenmedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Anhand ausgewählter Zeitungsartikel zeigt der Autor den Wandel des deutschsprachigen Mediendiskurses über diese bewaffneten Konflikte von 1990 bis 2014, die den Medien den Tuareg zuschreiben. Zuerst unternimmt er eine „historische Kontextualisierung" der Tuareg-Rebellion. Im zweiten Teil erfolgt eine diskursive Analyse der Beschreibung der involvierten sozialen Akteurinnen und Akteure auf semantischer, syntaktischer und lexikalischer Ebene.

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9 Kapitel 3: Die Kolonialherrschaft Frankreichs im Norden Malis

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9Kapitel 3: Die Kolonialherrschaft Frankreichs im Norden Malis

9.1Einleitung

Generell zeichnet sich der Kolonialismus durch die Einführung neuer Normen und Wertvorstellungen in die kolonisierten Kulturen aus. Dadurch werden neue Strukturen mit entsprechenden Kontrollmechanismen geschaffen. Die Recherchen über die hier dargestellte Problematik der Tuareg-Rebellionen können sich auf signifikante Art und Weise als sehr mangelhaft erweisen, wenn Aspekte der französischen Kolonialperiode nicht miteinbezogen werden, denn: « […Cette] crise […] n’est pas uniquement née de la sécheresse et des dissensions politiques; elle prend racine dans la colonisation et la décolonisation de l’Afrique occidentale française » (Poulton & Ag Youssouf 1999: 01).

Aus diesem Grund sollen im folgenden Teil der Arbeit gewisse Facetten der Kolonialzeit dargestellt werden, die bis dato direkte Konsequenzen auf das Zusammenleben der Menschengruppen in Mali im Allgemeinen und im Norden Malis im Besonderen aufweisen. Dabei findet vor allem eine Fokussierung auf die Folgen von manichäischen Verfahren der Kolonialverwaltung wie „schwarze Bevölkerungen“ vs. „weisse Bevölkerungen“ oder „Nomaden“ vs. „Bauern“ statt.

In diesem Teil des vorliegenden Dissertationsprojektes soll die Entstehung der ethnischen Vorstellungen, die als Nachlass einer kolonialen Konstruktion nach wie vor eine zentrale Rolle in der Interpretation der Tuareg-Rebellionen spielen (vgl. Münch 2013), betrachtet werden. Auf derselben Grundlage wird ebenfalls die Entstehung toponymischer Polarisierungen wie „Norden“ vs. „Süden“ oder „Sahara“ vs. „Savanne“ während der französischen Kolonialisierung angesprochen, die als klare Grenzziehungen zwischen unterschiedlichsten Menschen- sowie Kulturtypen existierten.

Anhand von Beschreibungen...

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