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Patrizier – Wege zur städtischen Oligarchie und zum Landadel

Süddeutschland im Städtevergleich. Unter Mitarbeit von Marc Holländer

Edited By Wolfgang Wüst

Die Beiträge dieses Tagungsbandes untersuchen das Phänomen der Patrizier auf dem Weg zur städtischen Oligarchie und zum Landadel. Der Schwerpunkt liegt auf der Stadt Nürnberg, wobei auch die Führungsschichten anderer süddeutscher Städte betrachtet werden. Mit Hilfe der komparatistischen Methode und damit dem Vergleich als landeshistorischer Tradition beleuchten und definieren die Beiträger den Begriff der «Patricii» als Bezeichnung der Geschlechter kritisch, wobei sie auch auf die mittelalterliche Bezeichnung der «Herren» und «vornehmen Geschlechter» eingehen.

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Distanzierte Nähe. Patriziat und Exulantenadel im Nürnberg des 17. Jahrhunderts

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Werner Wilhelm Schnabel

The article treats the relation between the ruling patriciate in Nuremberg and the noble religious expellees who particularly came to Nuremberg in the late 1620s. On the basis of family registers, casual poetry, godparenthood and marriage ceremonies we will have a closer look on the social contacting and demarcation of both groups with the characteristic that the lower ranked group tried to claim their political superiority against the higher ranked group.

Patriziat und Exulantenadel – das bezeichnet im 17. Jahrhundert eine eigenartige Konstellation, wie es sie neben Nürnberg in keiner anderen Reichsstadt in dieser Ausprägung gegeben hat.1 Nirgendwo sonst – mit Ausnahme von Regensburg – haben sich seit den späten 1620er Jahren so zahlreiche aristokratische Familien insbesondere aus den österreichischen Erblanden, aber auch aus der Oberpfalz niedergelassen, die in ihrer Heimat Opfer der Gegenreformation geworden waren. Anders als in Regensburg, wo die städtische Führungsschicht weitaus durchlässiger und minder elitär war,2 hatte sich das Patriziat in der fränkischen Reichsstadt seit dem Tanzstatut von 1521 sozial weitestgehend abgeschlossen und neben der politischen Herrschaft in der Stadt auch adelige Rechte beansprucht.3 In dieser Beziehung war es allenfalls mit dem Stadtadel von Ulm vergleichbar,4 wo freilich nur wenige der vornehmen Zuwandererfamilien ← 57 | 58 →Zuflucht suchten. Augsburg und Straßburg, in denen die Führungsschichten eine ähnliche Exklusivität erreichten,5 haben bei der exulantenadeligen Immigration gar keine Rolle gespielt; in landesherrlichen Städten waren die ständischen Gemengelagen ohnehin andere.6...

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