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„… in tausend schimmernden Klangfarben …“

Glanz und Schatten der gitarristischen Virtuosität im 19. Jahrhundert – eine Untersuchung der Spielpraxis

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Leila Gudlin

Die gitarrenbezogene historische Auffassung der Virtuosität sowie die Verbalisierung spielpraktischer Ansätze aus dem 19. Jahrhundert sind die Hauptthemen dieses Bandes. Die Untersuchung der Virtuosität basiert auf einer vergleichenden Analyse zwischen Bearbeitungen und deren Vorlagen, welche durch das Heranziehen von Gesangslehrbüchern, Instrumentalschulen und Konzertberichten ergänzt wird. Der Klang und die unterschiedlichen Klangkonzepte wie z. B. die musikalische Gestaltung mit Klangfarben oder das instrumentale Singen bilden den Kern der gitarristischen Virtuosität und werden praxisnah dargelegt.

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2 Entwicklung der virtuosen Spielpraxis im 19. Jahrhundert

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Die virtuose Spielpraxis entsteht aus Gegebenheiten und Entwicklungen, die am Ende des 18. und im Laufe des 19. Jahrhunderts stattfinden; der historische Kontext ist daher von großer Bedeutung. Drei Bereiche sind dabei besonders wichtig: der musikkulturelle Aspekt, der Gitarrenbau sowie die spieltechnischen Unterschiede zwischen der Barockgitarre und der romantischen Gitarre.297 Die Gitarre wird am Ende des 18. und am Anfang des 19. Jahrhunderts vor allem als Dilettanteninstrument wahrgenommen und es wäre ungenügend, die Rolle der Gitarre als Virtuoseninstrument zu untersuchen, ohne zumindest stichprobenweise auf ihre Rolle im häuslichen Musizieren einzugehen. Die Gegenüberstellung beider Rollen in den Abschnitten 2.1.1 und 2.1.2 trägt zum Verständnis der Gitarrenperzeption seitens des Publikums und der Musikkritik bei. Diese Wahrnehmung ist für die spielpraktischen Entwicklungen richtungsweisend.

Des Weiteren werden die Änderungen im Gitarrenbau am Ende des 18. und im Laufe des 19. Jahrhunderts in Abschnitt 2.2 analysiert. Diese Entwicklungen können als Reaktion auf neue Anforderungen an das Instrument betrachtet werden. Ziel des Abschnitts ist es, anhand der Bauänderungen die Wahrnehmung der Gitarre und die Tendenzen in der Spielpraxis zu verdeutlichen. Darüber hinaus werden verschiedene gitarrenähnliche Instrumente besprochen, die entwickelt werden, um angeblich negative Gitarrenmerkmale zu überwinden. Diese Darstellung veranschaulicht, welche Merkmale als verbesserungsbedürftig angesehen werden, und offenbart, welche spielpraktischen Strategien zur Optimierung der gewöhnlichen sechssaitigen Gitarre eingesetzt werden.

In Abschnitt 2.3 werden die Unterschiede in der Spielpraxis zwischen der Barockgitarre und der romantischen Gitarre angesprochen. Daf...

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