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Diskurslinguistische Perspektiven auf Soziale Repräsentationen

Kognitiv-semantische Untersuchungen von Vorstellungsfeldern zur Straßburger Neustadt

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Johannes Dahm

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand in Straßburg unter deutscher Verwaltung ein Gründerzeitviertel, das bis heute gut erhalten geblieben ist und im Jahr 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Autor untersucht die Wahrnehmung des «deutschen» Viertels durch die ansässige Bevölkerung zu einem Zeitpunkt, an dem das für jahrzehntelang ignorierte Bauensemble im lokalen Diskurs plötzlich wiederentdeckt und neu verhandelt wird. Anhand von erhobenen Korpora (Fragebögen und Interviews) und vor dem Hintergrund der Theorie der sozialen Repräsentationen nutzt die interdisziplinäre Forschungsarbeit das Potenzial eines framebasierten, diskurssemantisch informierten Untersuchungsansatzes für die kognitionslinguistische Erforschung gesellschaftlicher Wissenssysteme. Hierfür greift der Autor auf lexikometrische Verfahren zurück.

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6 Methoden zur diskurslinguistischen Erfassung sozialer Repräsentationen

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Ziel des Kapitels ist es, die im Zuge der Datenanalyse (bzw. Korpusanalyse) ver- wendeten Methoden vorzustellen146. Da quantitative und qualitative Verfahren in der empirischen Untersuchung in unterschiedlichen Analyseschritten und in Hin- blick auf verschiedene Zielsetzungen zum Einsatz kommen, werden hier lediglich ihre Grundzüge beleuchtet. In den Analysen gehe ich auf einzelne Vorgehensweisen detailliert ein, sodass die Kohärenz, die Transparenz und die Stringenz der Unter- suchung gewährleistet werden kann. Zunächst erläutert das Kapitel quantitative und qualitative Analyseverfahren; anschließend beleuchtet es zwei linguistische Softwareprogramme, die im Rahmen der Korpusanalyse eingesetzt werden. Die zur Vermessung des Wortschatzes verwendeten quantifizierenden Verfahren sind dem Forschungsfeld der Korpuslinguistik zuzurechnen. Dieser Bereich der Sprachwissenschaft bildet „neben der Befragung von Sprechern und Experimenten eine der Methoden, um Sprachgebrauch anhand von authentischen Sprachdaten zu untersuchen“ (Scherer 2006: 2). Die korpuslinguistischen Verfahren werden in der vorliegenden Arbeit an einen sozialwissenschaftlich ausgerichteten Forschungs- ansatz geknüpft; die zu untersuchenden Korpora setzen sich aus Fragebögen und transkribierten Interviews zusammen, die im ‚Feld‘ (bzw. in situ) durchgeführt wurden147. Die Korpuslinguistik perspektiviert generell zwei unterschiedliche Untersu- chungsansätze: das corpus- based- und das corpus- driven- Paradigma (vgl. Tognini- Bonelli 2001). Als corpus- based werden Untersuchungsmethoden bezeichnet, in denen „Korpora […] als Nachschlagewerke benutzt werden, um zu überprüfen, ob sich darin ein bestimmtes sprachliches Phänomen belegt findet“ (Bubenhofer 2009: 100). Im Zuge der Datentriangulation beider Korpora orientiert sich diese Arbeit am corpus- based- Paradigma, denn das Fragebogenkorpus und das Interview- korpus werden in Hinblick auf Frequenzwerte,...

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