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Diskurslinguistische Perspektiven auf Soziale Repräsentationen

Kognitiv-semantische Untersuchungen von Vorstellungsfeldern zur Straßburger Neustadt

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Johannes Dahm

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand in Straßburg unter deutscher Verwaltung ein Gründerzeitviertel, das bis heute gut erhalten geblieben ist und im Jahr 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Autor untersucht die Wahrnehmung des «deutschen» Viertels durch die ansässige Bevölkerung zu einem Zeitpunkt, an dem das für jahrzehntelang ignorierte Bauensemble im lokalen Diskurs plötzlich wiederentdeckt und neu verhandelt wird. Anhand von erhobenen Korpora (Fragebögen und Interviews) und vor dem Hintergrund der Theorie der sozialen Repräsentationen nutzt die interdisziplinäre Forschungsarbeit das Potenzial eines framebasierten, diskurssemantisch informierten Untersuchungsansatzes für die kognitionslinguistische Erforschung gesellschaftlicher Wissenssysteme. Hierfür greift der Autor auf lexikometrische Verfahren zurück.

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7 Forschungsziele und Analyseraster

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Das folgende Kapitel stellt die der Arbeit zugrundeliegenden Forschungsziele und das Analyseraster zur diskursanalytischen Untersuchung sozialer Repräsentationen (über die Straßburger Neustadt) vor. Nachdem das Erkenntnisinteresse der vor- liegenden Arbeit sowie einzelne Analyseschritte und Instrumente in den vorigen Kapiteln bereits in Hinblick auf theoretische und methodische Perspektiven dis- kutiert wurden, werden nun die zentralen Forschungsimpulse zusammengefasst. Zuerst beleuchtet das Kapitel die Forschungsziele, anschließend stellt es in einer Heuristik tabellarisch die einzelnen Untersuchungsschritte vor. Datengrundlage der Forschungsarbeit bilden zwei empirisch erhobene Korpo- ra, das Fragebogenkorpus (siehe Kap. 8) und das Interviewkorpus (siehe Kap. 10). Das Fragebogenkorpus wird in Hinblick auf die erfassten Wortassoziationen zur Neustadt, die räumlichen Repräsentationen (stichwortartige Antworten) und die Beschreibungen des Stadtteils (stichwortartige Antworten) durch die befragte Pro- bandengruppe (n = 355) analysiert (siehe Kap. 9). Das Interviewkorpus – es setzt sich aus transkribierten Leitfadeninterviews zusammen, die mit fünfzehn Informanten zum übergreifenden Thema der Wahrnehmung der Straßburger Neustadt durch- geführt wurden – wird zunächst mit lexikometrischen Methoden und anschließend unter Rückgriff auf qualitative Verfahren analysiert (siehe Kap. 11 und Kap. 12). Das Erkenntnisinteresse der Untersuchung gliedert sich – wie zu Beginn der Ar- beit erwähnt – in zwei Bereiche, die eng miteinander verzahnt sind. Zum einen geht es darum, technische und methodisch- konzeptuelle Perspektiven im Rahmen eines interdisziplinär ausgerichteten Forschungsansatzes – der in dieser Form (nach An- sicht des Autors) bisher noch nicht erprobt wurde – (wissenschaftlich) umzusetzen und deren Nutzen und Potenzial für diskurslinguistische (bzw. korpuslinguistische) Untersuchungen sozialer Repräsentationen aufzuzeigen...

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