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Diskurslinguistische Perspektiven auf Soziale Repräsentationen

Kognitiv-semantische Untersuchungen von Vorstellungsfeldern zur Straßburger Neustadt

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Johannes Dahm

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand in Straßburg unter deutscher Verwaltung ein Gründerzeitviertel, das bis heute gut erhalten geblieben ist und im Jahr 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Autor untersucht die Wahrnehmung des «deutschen» Viertels durch die ansässige Bevölkerung zu einem Zeitpunkt, an dem das für jahrzehntelang ignorierte Bauensemble im lokalen Diskurs plötzlich wiederentdeckt und neu verhandelt wird. Anhand von erhobenen Korpora (Fragebögen und Interviews) und vor dem Hintergrund der Theorie der sozialen Repräsentationen nutzt die interdisziplinäre Forschungsarbeit das Potenzial eines framebasierten, diskurssemantisch informierten Untersuchungsansatzes für die kognitionslinguistische Erforschung gesellschaftlicher Wissenssysteme. Hierfür greift der Autor auf lexikometrische Verfahren zurück.

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9.2 Räumliche Repräsentationen

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9.2 Räumliche Repräsentationen

Die räumlichen Repräsentationen werden – in Hinsicht auf die topographische Ausdehnung und die innere Unterteilung des ‚deutschen Viertels’ – in dieser Arbeit als Teilaspekt der sozialen Repräsentationen über die Straßburger Neustadt erforscht. Ziel dieses Kapitels ist es, die räumlichen Vorstellungen über den Stadtteil (überwiegend) quantitativ zu untersuchen. Dabei werden die (in den Fragebögen) der Neustadt zugeordneten (urbanen) Abschnitte (bzw. Toponyme) vor dem Hintergrund quantitativ orientierter Methoden in den Blick genommen, um herauszufinden, welche räumlichen Vorstellungsmuster zur Neustadt dominieren bzw. von den Informanten mehr oder minder geteilt werden.

Die Untersuchung des entsprechenden Subkorpus (siehe Anhang 32) gliedert sich in zwei Schritte: Zunächst stellt sie das in Zusammenarbeit mit Reibel-Blanc entwickelte Analyseraster vor. Dabei handelt es sich um eine Methode, die es ermöglicht, das empirische Material in seiner Heterogenität203 zu erfassen und synthetisch (bzw. homogen) zu präsentieren. Die Untersuchungsergebnisse204 dieses ersten Schritts werden in Form von einer Graphik dargelegt und diskutiert. In einem zweiten Analyseschritt – der sich in mehrere Etappen untergliedert – wird das Subkorpus zunächst mit der Software Iramuteq berechnet, um die tatsächlichen Frequenzwerte toponymischer Ausdrücke zu erfassen, und um dann die den unterschiedlichen Referenzobjekten innerhalb der Neustadt zugeordneten Bezeichnungen u. a. in Hinblick auf Identifikationsmöglichkeiten genauer in den Blick nehmen zu können. Nach einer kurzen Perspektivierung qualitativer Untersuchungsansätze werden die räumlichen Repräsentationen der Neustadt unter Vorgriff auf die im Zuge der Leitfadeninterviews (siehe Kap. 10)...

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