Show Less
Restricted access

Diskurslinguistische Perspektiven auf Soziale Repräsentationen

Kognitiv-semantische Untersuchungen von Vorstellungsfeldern zur Straßburger Neustadt

Series:

Johannes Dahm

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand in Straßburg unter deutscher Verwaltung ein Gründerzeitviertel, das bis heute gut erhalten geblieben ist und im Jahr 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Autor untersucht die Wahrnehmung des «deutschen» Viertels durch die ansässige Bevölkerung zu einem Zeitpunkt, an dem das für jahrzehntelang ignorierte Bauensemble im lokalen Diskurs plötzlich wiederentdeckt und neu verhandelt wird. Anhand von erhobenen Korpora (Fragebögen und Interviews) und vor dem Hintergrund der Theorie der sozialen Repräsentationen nutzt die interdisziplinäre Forschungsarbeit das Potenzial eines framebasierten, diskurssemantisch informierten Untersuchungsansatzes für die kognitionslinguistische Erforschung gesellschaftlicher Wissenssysteme. Hierfür greift der Autor auf lexikometrische Verfahren zurück.

Show Summary Details
Restricted access

14 Perspektivischer Ausblick

Extract

14 Perspektivischer Ausblick

Dieser abschließende Ausblick beleuchtet weiterführende analysepraktische Perspektiven auf soziale Repräsentationen, die im Umfeld diskurslinguistisch informierter Untersuchungsansätze aufgegriffen werden müssen. Einige dieser Forschungsperspektiven wurden im Zuge der vorliegenden Untersuchung bereits angedeutet; sie konnten aufgrund forschungspragmatischer Entscheidungen259 allerdings nicht realisiert oder weiterverfolgt werden.

Im Zuge der Frame-Analyse wurde letzlich deutlich, dass der Untersuchungsgegenstand – ‚Die sozialen Repräsentationen über die Straßburger Neustadt’ (bzw. prinzipiell sämtliche sozialen Repräsentationen) – im Grunde nicht in Gänze erfasst werden kann, denn Vorstellungsfelder bzw. Repräsentationsgefüge überschneiden sich mit weiteren Repräsentationsgefügen, die wiederum mit weiteren Repräsentationsgefügen verknüpft sind, usw. (Rekursivität). Vorstellungsfelder setzen sich also gewissermaßen aus weiteren Vorstellungsfeldern – denen weitere Vorstellungsfelder inhärent sind, usw. – zusammen. Hinzu kommt, dass sowohl Frame-Systeme, als auch im Netzwerk agierende soziale Repräsentationen im Inneren dynamischen Prozessen unterworfen sind – Repräsentationsgefüge sind ständig in Bewegung. An dieser Stelle wird auch klar, dass die Untersuchungsergebnisse der vorliegenden Arbeit lediglich eine Momentaufnahme zeigen, die einen Ausschnitt des Strukturgefüges der sozialen Repräsentationen über die Straßburger Neustadt – auf Grundlage von Befragungen eines bestimmten Kollektivs – im Jahr 2014 abbildet. Dass sich die hierarchischen Strukturen innerhalb des untersuchten Repräsentationsgefüges bis heute geändert haben, ist angesichts der Tatsache, dass die Straßburger Neustadt im Jahr 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, sehr wahrscheinlich: Das quartier impérial bleibt in der elsässischen Metropole ein öffentlich präsentes und diskutiertes...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.