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Nicknamen international

Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen

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Edited By Peter Schlobinski and Torsten Siever

In der Onomastik und der Internetforschung wurden Nicknamen bisher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind diese einzelsprachlich und kontrastiv zwischen unterschiedlichen Sprachen hochinteressant: und zwar im Hinblick auf Schriftsysteme, semantische und morphologische Aspekte. Wohl jeder Nutzer hat schon einmal überlegt, welchen Nick er sich zulegen möchte.

Der Band versammelt die Ergebnisse eines internationalen und sprachkontrastierend angelegten Projekts. Dabei analysieren die Beiträger analog aufgebaute Korpora nach gleichen (und auch sprachspezifischen) Parametern. Die Analysen decken die folgenden Sprachen ab: Arabisch (Marokkanisch), Chinesisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Luxemburgisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch.

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2 Chinesisch (Jia Zhu / Yao Zhang)

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Jia Zhu & Yao Zhang

2 Chinesisch

2.1 Sprachliche und kulturelle Besonderheiten

Chinesisch zählt zu den sinotibetischen Sprachen und ist mit mindestens eineinhalb Milliarden Sprechern die weltweit meistgesprochene Sprache. Die Standardsprache (Putonghua) unterscheidet sich von den 13 Hauptdialekten. Das Hochchinesische wird vor allem in China als National- und Amtssprache verwendet. Typologisch gesehen ist das Chinesische eine isolierende Tonsprache und somit weitgehend flexionslos. Basis der chinesischen Morphologie ist das einsilbige Morphem (jia ›Gestell‹), das zu Kompositabildungen erweitert werden kann (shu ›Buch‹ + jia → shujia ›Bücherregal‹).

Die chinesische Schrift ist eine morphosyllabische Schrift, welche auf die Orakelknocheninschriften der Shang-Dynastie zurückgeht (vgl. Schlobinski 2001) und eine kontinuierliche Geschichte von 3 500 Jahren aufweist. Ein chinesisches Zeichen wird als Hanzi bezeichnet und kombiniert die äußere Gestaltung mit der Bedeutung bzw. der Aussprache, die durch eine 1958 in Kraft tretende Alphabetschrift, Pinyin, zu transkribieren ist (Tab. 1).

Tab. 1: Vokale und Konsonanten im Chinesischen

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Im Pinyin-System des Standardchinesischen finden sich 23 Konsonanten, 24 Vokale und 4 Töne (durch Diakritika markiert), durch deren Kombinationen die chinesischen Silben gebildet sind. Zum Beispiel ergeben sich bei der Konstellation vom Anlaut t und dem Auslaut ang vier Varianten tāng, táng, tǎng, tàng; die verschiedenen Zeichen entsprechen: 汤 ›Suppe‹, 糖 ›Zucker‹, 躺 ›liegen‹, 烫 ›heiß‹. Allerdings kann man im Chinesischen das genaue Zeichen allein an seinem Laut nicht erkennen. Bei dem oben genannten Beispiel táng...

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