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Nicknamen international

Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen

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Edited By Peter Schlobinski and Torsten Siever

In der Onomastik und der Internetforschung wurden Nicknamen bisher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind diese einzelsprachlich und kontrastiv zwischen unterschiedlichen Sprachen hochinteressant: und zwar im Hinblick auf Schriftsysteme, semantische und morphologische Aspekte. Wohl jeder Nutzer hat schon einmal überlegt, welchen Nick er sich zulegen möchte.

Der Band versammelt die Ergebnisse eines internationalen und sprachkontrastierend angelegten Projekts. Dabei analysieren die Beiträger analog aufgebaute Korpora nach gleichen (und auch sprachspezifischen) Parametern. Die Analysen decken die folgenden Sprachen ab: Arabisch (Marokkanisch), Chinesisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Luxemburgisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch.

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5 Italienisch (Sandro M. Moraldo)

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Sandro M. Moraldo

5 Italienisch

5.1 Sprachliche und kulturelle Besonderheiten

Italienisch gehört – wie Portugiesisch, Spanisch, Französisch, Provenzalisch und Rumänisch – zum romanischen Zweig der indogermanischen Sprachen und stammt vom Lateinischen ab, das als Amts-, Schrift- und Sprache der Kirche auch nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches bestehen blieb. Gesprochen wurde allerdings das vom schriftlichen Standard abweichende Vulgärlatein, aus dem sich dann so langsam die romanischen Einzelsprachen entwickelten. Als sich im 13. Jahrhundert eine eigenständige italienische Literatur zu formieren begann, überwanden die Schriftsteller mit einem überregionalen Standard die Sprachdifferenzen zwischen den zahlreichen Dialekten. Entscheidend wirkten hier die tre corone (›drei Kronen‹) der italienischen Literatur: Dante Alighieri, Francesco Petrarca und Giovanni Boccaccio. Doch erst als am 17. März 1861 das Königreich von Italien proklamiert und damit der italienische Einheitsstaat gegründet wurde, erfolgte auch eine sprachliche Vereinheitlichung. Dennoch zeichnet sich Italien aufgrund seiner sozial-historischen politischen Verhältnisse mit seinen ehemaligen zahlreichen Stadtstaaten durch eine komplexe heterogene Sprachsituation aus. Diese wird bestimmt sowohl durch »die reiche interne regionalsprachliche und tief zerklüftete dialektale Differenzierung« als auch durch »die hohe Zahl anerkannter Minderheitensprachen« (Tanzmeister 2003: 97).

Weltweit wird Italienisch von ca. 70 Millionen Menschen als Mutter-, Fremd- oder Zweitsprache gesprochen. Offizielle Amtssprache ist sie in Italien, in der Schweiz (rund 7 % der Schweizer sprechen Italienisch, zum größten Teil im Tessin), in der Republik San Marino und im unabhängigen Staat Vatikanstadt. In Slowenien und...

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