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Nicknamen international

Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen

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Edited By Peter Schlobinski and Torsten Siever

In der Onomastik und der Internetforschung wurden Nicknamen bisher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind diese einzelsprachlich und kontrastiv zwischen unterschiedlichen Sprachen hochinteressant: und zwar im Hinblick auf Schriftsysteme, semantische und morphologische Aspekte. Wohl jeder Nutzer hat schon einmal überlegt, welchen Nick er sich zulegen möchte.

Der Band versammelt die Ergebnisse eines internationalen und sprachkontrastierend angelegten Projekts. Dabei analysieren die Beiträger analog aufgebaute Korpora nach gleichen (und auch sprachspezifischen) Parametern. Die Analysen decken die folgenden Sprachen ab: Arabisch (Marokkanisch), Chinesisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Luxemburgisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch.

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9 Luxemburgisch (François Conrad)

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François Conrad

9 Luxemburgisch

9.1 Sprachliche und kulturelle Besonderheiten

Luxemburgisch (Lb.), die Nationalsprache des Großherzogtums Luxemburg (Einwohnerzahl 2015: 576 200), wird erst seit 1984 als eigene Sprache eingestuft (Fehlen 2009; Horner/Weber 2008: 112 f.). Die Sprecherzahl wird auf etwa 400 000 geschätzt (Fehlen 2009: 236), wobei insbesondere die Zahl der L2-Sprecherinnen und -sprecher aktuell stark zunimmt. Sprachhistorisch wird das Lb. dem Westmitteldeutschen, genauer dem Moselfränkischen zugeordnet. Die Sprache hat sich jedoch insbesondere in den letzten Jahrzehnten aus dem Gefüge der angrenzenden moselfränkischen Mundarten emanzipiert (Gilles 1998). Sie ist insgesamt durch einen historisch gewachsenen, starken Sprachkontakt mit den benachbarten Sprachen Deutsch und Französisch geprägt, was sich unter anderem durch eine Vielzahl sprachlicher Dubletten auf verschiedenen linguistischen Ebenen niederschlägt (im lautlichen Bereich etwa [s/z]ymbol ›Symbol‹, nach dt. [z]ymbol, fr. [s]ymbole, Conrad 2017). Während die sprachstrukturelle Basis in den Bereichen Morphologie, Syntax und Phonologie germanisch ist, zeichnet sich insbesondere der lexikalische Bereich durch eine große Anzahl französischer Entlehnungen aus (etwa durch eine Vielzahl an Verben auf -éieren ›-ieren‹, z. B. remplacéieren, < fr. remplacer, ›ersetzen‹, häufig mit germanischem Synonym > ersetzen).

Die Sprach(en)situation ist unter anderem aufgrund der über die Jahrhunderte häufig wechselnden Zugehörigkeit des Territoriums zu unterschiedlichen Herrschaftsgebieten (Details bei Pauly 2013) sehr komplex. Als offizielle Sprachen fungieren neben der ›Nationalsprache‹ Lb. das Deutsche und das Französische (ausf...

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