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Nicknamen international

Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen

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Edited By Peter Schlobinski and Torsten Siever

In der Onomastik und der Internetforschung wurden Nicknamen bisher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind diese einzelsprachlich und kontrastiv zwischen unterschiedlichen Sprachen hochinteressant: und zwar im Hinblick auf Schriftsysteme, semantische und morphologische Aspekte. Wohl jeder Nutzer hat schon einmal überlegt, welchen Nick er sich zulegen möchte.

Der Band versammelt die Ergebnisse eines internationalen und sprachkontrastierend angelegten Projekts. Dabei analysieren die Beiträger analog aufgebaute Korpora nach gleichen (und auch sprachspezifischen) Parametern. Die Analysen decken die folgenden Sprachen ab: Arabisch (Marokkanisch), Chinesisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Luxemburgisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch.

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Einleitung

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1 Nicknamen als Forschungsgegenstand

Nicknamen (kurz Nicks), auch als Benutzernamen (engl. usernames), Pseudonyme oder als Teilklasse der Pseudonyme behandelt, bezeichnen im Deutschen nicht amtliche Personennamen. Es sind von Personen selbst angegebene und somit auch meist selbst gewählte und nicht von anderen übernommene Namen in der digitalen Netzkommunikation, sei es in Chats, auf Foren, beim Internetgaming, auf Social Media usw. Im Englischen umfasst im Gegensatz zu proper names die Kategorie nicknames auch Spitznamen, also jene Namen, die einer Person von anderen, von außen zugewiesen werden. So ist der Nickname von Peter Schlobinski pschlobi, während sein schulischer Spitzname Schluppi war. Spitznamen können nach Kosenamen (Schatzi) und Spottnamen (Fetti) unterschieden werden. Spitznamen »leisten weit mehr als die bloße Referenz auf eine Person. Sie zeigen die soziale Beziehung und ihre emotionale Bewertung zwischen zwei Personen an.« (Nübling/Fahlbusch/Heuser 2012: 171) Und auch Nicknamen weisen mehr auf als die referentielle Funktion: Mit Rückgriff auf die intentionale Perspektive desjenigen, der einen Nicknamen kreiert, verweisen Nicknamen auf personale und lebensweltliche Aspekte, wie sich im Einzelnen zeigen wird. Wir wollen Nick- und Spitznamen unterscheiden und gehen von folgenden Faktoren/Annahmen aus (Tab. 1): Ein Nickname »ist ein überwiegend informelles Anthroponym in der computervermittelten Kommunikation und wird durch seinen Träger selbst verliehen und zwecks der Selbstidentifizierung und Selbstdarstellung benutzt.« (Kaziaba 2016: 25)

Tab. 1: Nickname vs. Spitzname

In der öffentlichen Diskussion und in der psychologischen Forschung (Turkle 1997; Döring 2003; Gatson 2011) stand und...

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