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Arabische Sprache im Kontext

Festschrift zu Ehren von Eckehard Schulz

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Edited By Beate Backe, Thoralf Hanstein and Kristina Stock

Den Eintritt in den «Ruhestand» von Eckehard Schulz, Professor für Arabische Sprach- und Übersetzungswissenschaft an der Universität Leipzig von 1993 bis 2018, haben nationale und internationale Fachkolleg*innen und Schüler*innen zum Anlass genommen, um in ihren Beiträgen aufzuzeigen, wie relevant die arabische Sprache und vor allem deren angemessene Beherrschung mittlerweile in den verschiedenen Bereichen von Wissenschaft und Praxis geworden sind. Unter Beachtung der aktuellen politischen und sozialen Gegebenheiten erstreckt sich der Kontext von den Teilgebieten der Linguistik – wie z.B. der Übersetzungswissenschaft, Grammatik und Dialektologie – über Politik- und Rechtswissenschaft sowie Didaktik und Ethnologie bis hin zu den Medienwissenschaften und zur Informatik.

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Der Stein von Rosetta – Fiktion, Fakten und eine Fahrt zum Fundort (Peter Schmitt)

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Der Stein von Rosetta.Fiktion, Fakten und eine Fahrt zum Fundort1

Peter A. Schmitt, Leipzig,

Der Stein von Rosetta dürfte einer der bedeutendsten Steine der Geschichte sein: „The ‚most famous piece of rock in the world‘“ (Parkinson 2005:7). Sein Fund im Jahre 1799 markiert einen – vielleicht den wichtigsten – Meilenstein in der Ägyptologie, denn bekanntlich ermöglichte erst dieser Stein die Decodierung der Hieroglyphen. Ohne ihn könnten wir nur ahnen, dass es sich bei den zahllosen Hieroglyphendarstellungen in Ägypten – man denke z. B. an die Tempelanlagen in Edfu, Karnak oder die Nekropolen bei Luxor – um Texte handelt, aber wir könnten ihre Botschaft nicht entschlüsseln.

Entsprechend zahlreich sind Verweise auf den Stein von Rosetta, vor allem natürlich in ägyptologischen Schriften. Aber auch in der Translatologie, konkret der Übersetzungswissenschaft, gehört der Stein von Rosetta zum Kerninventar. Eine Darstellung der Geschichte des Übersetzens wäre unvollständig, wenn sie nicht auch auf den Stein von Rosetta verwiese. Dies führt dazu, dass Übersetzer oder Studierende in Translationsstudiengängen mitunter meinen, der Stein von Rosetta sei der früheste Beleg einer Übersetzung. Das stimmt natürlich nicht: Der Stein von Rosetta stammt erst aus dem Jahre 196 v. Chr., die ältesten Belege für Übersetzungen in Europa und Kleinasien sind zweisprachige Tontafeln mit Keilschrift (in Akkadisch und Sumerisch) und rund 2000 Jahre älter als der Stein von Rosetta. Dessen Bedeutung zeigt sich auch darin, dass er eines der prominentesten Exponate in einem der...

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