Show Less
Restricted access

Das Reichsjustizministerium unter Otto Thierack (1943–1945)

Teil 2: Die Arbeitstagungen auf der «Reichsburg Kochem» von April bis August 1944 (Protokolle und Berichte)

Series:

Edited By Werner Schubert

Die Edition bringt bisher nicht veröffentlichte Quellen (Protokolle und Berichte) zu den Arbeitstagungen des Reichsjustizministeriums von Ende April bis August 1944. Diese Tagungen waren neben den Richterbriefen ein «neues Mittel der Lenkung» und der «allgemeinen Menschenführung» in der nationalsozialistischen Justiz. Die Tagungen betrafen alle wichtigen Bereiche der Justiz: die Juristenausbildung, die Nachwuchskräfte, die Hochverratssenate bei den OLG, die Sondergerichtsvorsitzenden, die Personalsachbearbeiter des gehobenen und höheren Justizdienstes, die Aufgaben der Vermundschafts-, Ehescheidungs- und Erbhofrichter, die Kriminologie sowie die «Wandlungen der Privatrechtsordnung». Die Edition vermittelt einen umfassenden Einblick in die Zielsetzungen des Reichsjustizministeriums für eine nationalsozialistische Justiz.

Show Summary Details
Restricted access

XII. Entwurf zu einem Vortrag von Bergmann für die Tagung der kriegsversehrten Referendare auf der „Reichsburg Kochem“ Ende August 1944: Der deutsche Richter

Extract

XII. Entwurf zu einem Vortrag von Bergmann für Min. Dir. Altstötter für die (geplante) Tagung der kriegsversehrten Referendare auf der „Reichsburg Kochem“ Ende August 1944: Der deutsche Richter

Meine jungen Kameraden!

Es ist mir eine besondere Freude, zu Ihnen über den deutschen Richter sprechen zu können. Führt doch dieses Thema unmittelbar hinein in die brennendsten Fragen der Justiz, die uns alle bewegen, denen unsere tägliche Arbeit und Mühe, unser ganzes Denken und Streben gilt, von denen ich aber auch weiß, dann sie für Sie, meine jungen Kameraden, von höchster Wichtigkeit sind bei allen Plänen und Überlegungen, mit denen Sie sich befassen, wenn Sie daran gehen, Ihr eigenes künftiges Leben im Rahmen unseres deutschen Volkes zu gestalten.

Sie haben selbst an der Front gestanden und Ihr Leben für dieses unser Volk eingesetzt. Sie kennen die Härte des Kampfes, den wir führen müssen und Sie wissen, wie ernst unsere Lage im gegenwärtigen Augenblick ist. Sie begreifen, dass wir alle unsere Kräfte zusammenfassen müssen, um diesen Kampf zu einem glücklichen Ende zu führen. Sie verstehen deshalb auch, dass wir im gegenwärtigen Augenblick nicht daran gehen können, die Stellung des Richters praktisch neu zu gestalten, ja, dass selbst die planende Arbeit, der wir uns in den vergangenen Jahren gewidmet haben, zur Zeit vor dringenderen Aufgaben zurücktreten muss. Erst muss das Reich gesichert sein gegen äu...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.