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Geschichte der mecklenburgischen Regionalsprache seit dem Zweiten Weltkrieg

Varietätenkontakt zwischen Alteingesessenen und immigrierten Vertriebenen. Teil 1: Sprachsystemgeschichte

Series:

Klaas-Hinrich Ehlers

Der erste Band der mecklenburgischen Sprachgeschichte rekonstruiert den Strukturwandel der regional gebundenen Varietäten des Deutschen im Norden Mecklenburgs. An ausgewählten Variablen aus der Phonetik/Phonologie, Morphosyntax und Lexik wird die diachrone Entwicklung des Niederdeutschen und des mecklenburgischen Regiolekts in ihrer kontaktlinguistischen Wechselwirkung mit dem überregionalen Standard herausgearbeitet. Erstmals in der modernen Regionalsprachenforschung bezieht die Studie auch die Herkunftsvarietäten der vielen Vertriebenen ein, die nach dem Zweiten Weltkrieg ins Land kamen. Die korpusbasierten Variationsanalysen zeigen die sprachlichen Folgen auf, die die Vertriebenenimmigration für die sprachlichen Ausgleichsprozesse in den mecklenburgischen Kommunikationsräumen hatte.

Dieses Buch ist mit dem Johannes-Sass-Preis 2018 ausgezeichnet worden.

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9. Anhang

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9.  Anhang

9.1  Siglenverzeichnis

Zur Identifizierung von Einzelpersonen und Untergruppen der Gesamtstichprobe sowie zur Bezeichnung der Aufnahmesituationen werden im Text und in Diagrammen die folgenden Kürzel verwendet:

1.  Personen bzw. Sprechersiglen nach regionaler Herkunft

A:Alteingesessene der Vorkriegsgeneration, vor 1940 im Untersuchungsgebiet geboren
AA:Nachkommen von Alteingesessenen, die in den Jahren 1950–1969 im Untersuchungs­gebiet geboren wurden (beide Eltern vor 1940 im Untersuchungsgebiet geboren)
V:Vertriebene aus mittel- und oberdeutschen Dialektregionen, dort vor 1940 geboren
VV:Nachkommen zweier vertriebener Eltern aus mittel- und oberdeutschen Dialektregionen (beide Eltern dort vor 1940 geboren), die in den Jahren 1950–1969 im mecklenburgischen Untersuchungsgebiet geboren wurden
VA:Nachkommen von einem vertriebenen Elternteil aus mittel- oder oberdeutschen Dialektregionen (ein Elternteil V, anderer Elternteil A), in den Jahren 1950–1969 im mecklenburgischen Untersuchungsgebiet geboren
Z:Zusätzliche Zeitzeugen: Vertriebene bzw. Zuwanderer aus anderen Herkunftsregionen und deren Nachkommen

Die einzelnen Gewährspersonen werden in dieser Studie in anonymisierter Kurzform durch die folgenden Angaben identifiziert:

Herr/Frau > laufende Nummer der Aufnahme > ( Geburtsjahr > Sigle der Herkunftsregion )

Also beispielsweise:

Herr 01 (1932 V)

Frau 07 (1936 A)

Herr 46 (1954 VV)

Frau 83 (1954 VA)

Frau 84 (1966 AA) ← 481 | 482 →

2.  Siglen für Altersgruppen

Für die Bezeichnung der Alters- bzw. Herkunftsgruppen werden in Diagrammen und Tabellen einfachheitshalber auch die folgenden Siglen genutzt:

A 1:Vorkriegsgeneration alteingesessener Familien (geboren vor 1940)
A 2:Nachkriegsgeneration alteingesessener Familien (in den Jahren 1950–1969 geboren)
V 1:Vorkriegsgeneration von Familien Vertriebener (geboren vor 1940)
V 2:Nachkriegsgeneration von Familien Vertriebener (in den Jahren 1950–1969 geboren)

3.  Siglen für die Erhebungssituationen

Bei Nachweis von Zitaten aus den Aufnahmen meiner Erhebung werden die verschiedenen Erhebungssituationen, aus denen die betreffenden Zitate stammen, durch die folgenden Kürzel identifiziert.

BI:biographisches Interview
SP:sprachbiographisches Interview
WN:Wenkerübersetzung ins Niederdeutsche
WD:Wenkerübersetzung in den Herkunftsdialekt
EN:Dialekterzählung auf Niederdeutsch
ED:Dialekterzählung im Herkunftsdialekt
SE:Semasiologische Befragung
SO:Sonderthema: Sprachgebrauch in Institutionen, Ortsgeschichte o. ä.

9.2  Transkriptionskonventionen

9.2.1  Regeln zur orthographischen Transkription der regiolektalen Äußerungen513

1.1 Grundsätzlich wird standardorthographisch transkribiert, d. h. phonetische Nonstandard-Realisierungen werden nicht transkribiert, sondern der Duden-Rechtschreibung entsprechend verschriftlicht. ← 482 | 483 →

1.2 Von äußerungsinterner Zeichensetzung wird abgesehen. Das Äußerungsende wird mit satzschließenden Satzzeichen markiert.

1.3 Grammatische (morphologische) und syntaktische Besonderheiten werden in der Regel unverändert übernommen (außer es handelt sich um die üblichen Allegroformen).

1.4  Spezielle Regelungen

Realisierung Transkription
WortabbruchDrei Ellipsenpunkte unmittelbar an Wortrest Bürgermei…
Reparatur und abgebrochene Äußerung… Ellipsen-Punkte zwischen Leerzeichen
Ende einer Äußerung Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen
Pausen und prosodische Merkmalewerden nicht notiert
übersprochene WortgrenzenWortgrenzen werden mit Leerzeichen markiert
unverständliche PassagenIn Doppelklammern wird vermuteter Wortlaut angegeben oder als unverständlich ausgewiesen:

((Schaufelrad?)), ((unverständlich))
Zusammenziehungen (z. B. mitm, er’s, simmer)werden aufgelöst

(z. B.: mit dem, er es, sind wir)!

Aber: allgemein übliche Verschmelzungen (von z. B. Präposition und Artikel), die im Rechtschreib-Duden gelistet sind, werden nicht aufgelöst

(z.B. ans, fürs etc.)

→ weitere Beispiele siehe unten.
Mit r- beginnende Kürzungen von Wörtern wie heran (ran), herauf (rauf), herein (rein) etc.werden in der gekürzten Form transkribiert, wenn sie im Rechtschreib-Duden gelistet sind

(z. B. ran, rauf, rein), ansonsten vollständige Formen. ← 483 | 484 →
Reduktion von a in darin (drin), darüber (drüber), darauf (drauf) etc. werden in der reduzierten Form transkribiert, wenn sie im Rechtschreib-Duden gelistet sind

(z. B. drin, drüber, drauf), ansonsten in vollständigen Formen verschriftlicht
Lautliche Reduktionen bzw.

Kürzungen im Auslaut

(z. B. jetz’, nich’ (Negation), nu, un’, ma’)
Vollständige Formen

(z.B. eine, jetzt, nicht, nun, und, mal)
Übliche Tilgung oder Veränderung von Flexionsmerkmalen (z. B. ich hab’, ich sag’, hol’ mal) bei schnellem oder nachlässigem SprechenVollständige Formen

(z. B. ich habe, ich sage, hole mal)
Nicht gesprochenes Schwa (z. B. habn, grad, untn, heut)Vollständige Formen

(z. B. haben, gerade, unten, heute)
’ne, ’n, so’ne (eine, ein, so eine) Vollständige Formen (eine, ein, so eine)
einʼ, denʼ (statt einen, denen)Vollständige Formen (einen, denen)
Niederdeutsche und dialektale EinschübePassagen werden mit „DIA“ eingefasst. Niederdeutsche Passagen werden nach den unten angegebenen Konventionen literarisch transkribiert. Äußerungen in anderen Dialekten werden lautnahe vorläufig in eye-dialect transkribiert („DIA di Grußel DIA“)
Fremdsprachige Einschübe, die nicht in den Alltagswortschatz des Deutschen eingebürgert sind (wie cool, partout)Passage transkribieren (gegebenenfalls in ungefähren lautlichen Transkription) und am Anfang und Ende mit LAN einfassen (und er LAN velice rychle LAN lief er da lang)
EigennamenOriginalname (wird bei späterer Veröffentlichung anonymisiert)
jo, joa etc. (Bestätigung)ja
nee, nö etc. (Verneinung)nein
ne, wa, nich

(Zustimmungspartikel am Ende einer Äußerung)

(Achtung: nich als Negation wird standardisiert als nicht transkribiert)
ne, wa, nich
zustimmendes, bestätigendes o. ä. mmh, mhm, hm etc.hm ← 484 | 485 →
Verneinendes zweigipfliges „m-mhmhm
Planungsindikatoren äh, ähm, em, öm etc. werden nicht transkribiert
denn (in Norddeutschland häufig temporal: „und denn ist er wieder gekommen“dann („und dann ist er wieder gekommen“)
dat, wat, et als Einzelwörter (nicht Bestandteil niederdeutscher Passagen)das, was, es
drin, drinne, drinnenWird transkribiert, wie realisiert

(drin, drinne, drinnen).
Exponierte Redewiedergabe

(Stimmenimitation)
Werden transkribiert und in Anführungs­zeichen eingefasst

(Und er immer „Hilfe Hilfe“. War schon schlimm.)
Zahlen (nur in den Äußerungen der Gewährspersonen, nicht des Interviewers) Werden ausgeschrieben neunzehnhundertsiebzig

1.5  Regelungen zu Verschmelzungen von Präposition und Artikel

Zusammenziehungen von Artikel und Präposition werden beibehalten, wenn sie vom Duden nicht als umgangssprachlich gekennzeichnet sind

Beispiele:

- am

- ans

- aufm > auf dem

- aufn > auf den

- aufs

- ausm > aus dem

- beim

- durchs

- fürs

- hinterm > hinter dem

- hintern > hinter den

- hinters > hinter das

- im
- ins

- überm > über dem

- übern > über den

- übers > über das

- unterm >unter dem

- untern > unter den

- unters > unter das

- vom

- vorm > vor dem

- vorn (direktional) > vor den

- vors > vor das

- zum

- zur

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9.2.2  Transkriptionskonventionen für die Verschriftlichung nieder­deutscher Äußerungen, Wenkerübersetzungen und Dialekterzählungen514

1.  Vokale

1.1  Vokalquantität

Die Vokalgrapheme (außer e) stehen ohne besondere Kennzeichnung für Langvokale,

wenn sie in einsilbigen Wörtern vor einem Konsonanten stehen (ok, Hus, hüt).

wenn sie (einschließlich i) in einsilbigen Wörtern im absoluten Auslaut stehen (bi, Fru, wi).

wenn sie in zweisilbigen Wörtern in offenen Tonsilben stehen (roken, buten, Köter).

Die Länge der Vokale wird niemals durch Dehnungs-h oder Dehnungs-e, sondern ausschließlich durch Buchstabenverdoppelung gekennzeichnet (einschließlich i), und zwar

wenn auf den Vokal zwei oder mehr Konsonanten folgen (Goorn, Fuust, Kuurn, giirn). Auch bei Flexionsmorphemen, z. B. Personalendungen: tööft

wenn die Vokale in zweisilbigen Wörtern in offener Tonsilbe vor ch, sch, st stehen (juuchen, Puuschen)

Für den Langvokal e gilt zusätzlich zum Vorherigen die Buchstabenverdoppelung auch vor einfachen Konsonanten in geschlossener Silbe (een, Kleed, Been)

Die Kürze der Vokale wird durch Verdoppelung des nachfolgenden Konsonanten bezeichnet (Katt, Schipp, giff), vor k wird die Kürzung wie im Hochdeutschen durch ck gekennzeichnet (Buck) (außer bei Kurzwörtern ik, sik s. u.).

Vor Konsonantenverbindungen wird die Vokalkürze nicht durch folgenden Doppelkonsonanten gekennzeichnet: giff mi dat versus hai gift mi dat. ← 486 | 487 | →

Buchstabenverbindungen ch, sch, ss, st werden hinter Kurzvokal nicht verdoppelt (Dach, Woch, Wäsch).

Bei kurzen, wenig betonten Wörtern (v. a. Formen von haben und sein, Präpositionen und Pronomen) tritt die Verdoppelung nicht ein: an, as, bün, dat, hef, ik, is, op, sik, rum).

1.2  Vokalqualität

Wichtige Unterschiede zwischen dem niederdeutschen und dem standarddeutschen Vokalinventar werden in der Verschriftlichung abgebildet:

a versus å: Unterschieden wird zwischen dem langen geschlossenen a (Lam ‚Lärm’) und dem langen offenen å [ɔ:] (Måånd ‚Mond’).

e versus ä: Unterschieden wird zwischen langem geschlossenen (oberen) e (gef ‚gab‘) und langem offenem (tiefen) ä (Läben ‚Leben‘).

ö versus œ: Unterschieden wird zwischen langem geschlossenen (oberen) ö (för ‚für‘) und langem offenen (tiefen) œ (œwer ‚aber‘).

Schreibweise der Diphthonge:

Die verschiedenen Schreibweisen des Diphthongs eu und äu werden vermieden, stattdessen wird einheitlich und lautnäher als oi transkribiert: Gois ‚Gänse‘.

ai versus ei: zwischen dem steilen, tiefen Diphthong ai und dem flachen, höheren Diphthong ei wird orthographisch unterschieden.

2.  Konsonanten

Stimmhafte versus stimmlose Artikulation: wird in der Schreibung in Anlehnung an die hochdeutsche Orthographie unterschieden: p, t, k, f versus b, d, g, w. Der Buchstabe v wird nur im Wortanlaut nach hochdeutscher Orthographie genutzt (vir)

Stimmloses s im Anlaut wird als ß transkribiert, sonst wie in der Standardorthographie.

Alveolare Aussprache des s in wort- und silbenanlautendem sp und st wird durch eingeschobenen Bindestrich gekennzeichnet s-t, s-p andernfalls handelt es sich um postalveolare Aussprache [ʃ], die wie im Hochdeutschen als sp, st geschrieben wird. Wo dieser spezielle Artikulationsunterschied ← 487 | 488 → eigens thematisiert wird, wird gelegentlich orthographisch s-t und scht unterschieden.

2.1  Auslaut

Der Nasal [ŋ] wird im Auslaut wie im Standarddeutschen durch die Buchstabenkombination ng verschriftlicht, die Aussprache mit stimmlosem Plosiv wird als nk wiedergegeben.

Die unbetonten Endsilben –en und –er werden nach hochdeutscher Standardorthographie geschrieben, auch wenn es hier zu Schwa-Ausfall bzw. r-Vokalisierung kommt. Einzige Ausnahme sind die Pluralformen von haben (hemm’).

Die Endsilbe –ig wird nach hochdeutscher Standardorthographie geschrieben, wenn das g spirantisiert wird: bannig, orrig. Falls hier plosiv geschlossen wird, ist die Schreibung -ik.

Die Auslautverhärtung wird durch die Wahl der entsprechenden Buchstaben transkribiert, die im Hochdeutschen stimmlose Laute abbilden: groff, Piirt, klauk.

3.  Zusammenziehungen, Überlängen

werden durch Apostroph gekennzeichnet

bei Ausstoß von Vokalen und Konsonanten bei der Zusammenziehung von Wörtern (up’t, an’n, an’t).

bei Überlänge von Vokalen und Diphthongen (Lü’, sä’)

bei Überlänge von Nasalen (hemm’)

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9.3  Fragebogen zum Gebrauch einzelner Wörter515

Bitte beantworten Sie zu den aufgelisteten Wörtern jeweils die folgenden Fragen:

Was bedeutet das Wort?

Wo haben Sie das jeweilige Wort gehört bzw. wo hören Sie es gelegentlich noch jetzt?

Wird es in Ihrer Familie benutzt? Von wem? Benutzen Sie das Wort selbst?

Benutzen Sie das Wort immer oder nur in bestimmten Situationen? Welchen?

  1. Was bedeutet das Wort „Schmetten“? usw.
  2. Was bedeutet das Wort „Karfiol“? usw.
  3. Was bedeutet das Wort „Hader(n)“? usw.
  4. Was bedeutet das Wort „bannig“? usw.
  5. Was bedeutet das Wort „heuer“? usw.
  6. Was bedeutet das Wort „Kren“? usw.
  7. Was bedeutet das Wort „Buddel“? usw.
  8. Was bedeutet das Wort „Schwamm“? usw.
  9. Was bedeutet das Wort „Paradeiser“? usw.
  10. Was bedeutet das Wort „Krampus“? usw.

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9.4  Vorlage für die Wenkerübersetzungen516

  1. Im Winter fliegen die trockenen Blätter in der Luft herum.
  2. Es hört gleich auf zu schneien, dann wird das Wetter wieder besser.
  3. Tu Kohlen in den Ofen, damit die Milch bald zu kochen anfängt.
  4. Der gute alte Mann ist mit dem Pferd auf dem Eis eingebrochen und in das kalte Wasser gefallen.
  5. Er ist vor vier oder sechs Wochen gestorben.
  6. Das Feuer war zu heiß, die Kuchen sind ja unten ganz schwarz gebrannt.
  7. Er isst die Eier immer ohne Salz und Pfeffer.
  8. Die Füße tun mir so sehr weh, ich glaube, ich habe sie mir durchgelaufen.
  9. Ich bin selber bei der Frau gewesen und habe es ihr gesagt, und sie sagte, sie wolle es auch ihrer Tochter sagen.
  10. Ich will es auch nicht mehr wieder tun.
  11. Ich schlage dich gleich mit dem Kochlöffel um die Ohren, du Affe.
  12. Wo gehst du denn hin? Sollen wir mitgehen?
  13. Das sind schlechte Zeiten.
  14. Mein liebes Kind, bleib hier unten stehen, die bösen Gänse beißen dich tot.
  15. Du hast heute am meisten gelernt und bist artig gewesen, du darfst früher nach Hause gehen als die anderen.
  16. Du bist noch nicht groß genug, um eine Flasche Wein allein auszutrinken, du musst erst noch wachsen und größer werden.
  17. Geh, sei so gut und sag deiner Schwester, sie soll die Kleider für eure Mutter fertig nähen und mit der Bürste rein machen.
  18. Hättest du ihn gekannt! Dann wäre es anders gekommen, und es täte besser um ihn stehen.
  19. Wer hat mir meinen Korb mit Fleisch gestohlen?
  20. Er tat so, als hätten sie ihn zum Dreschen bestellt; sie haben es aber selbst getan.
  21. Wem hat er denn die neue Geschichte erzählt? ← 490 | 491 →
  22. Man muss laut schreien, sonst versteht er uns nicht.
  23. Wir sind müde und haben Durst.
  24. Als wir gestern Abend heim kamen, da lagen die anderen schon im Bett und waren fest eingeschlafen.
  25. Der Schnee ist diese Nacht liegen geblieben, aber heute Morgen ist er geschmolzen.
  26. Hinter unserem Hause stehen drei schöne Apfelbäume mit roten Äpfelchen.
  27. Könnt ihr nicht noch einen Augenblick auf uns warten? Dann gehen wir mit euch.
  28. Ihr dürft nicht solche Kindereien treiben.
  29. Unsere Berge sind nicht so sehr hoch, die euren sind viel höher.
  30. Wie viel Pfund Wurst und wie viel Brot wollt ihr haben?
  31. Ich verstehe euch nicht, ihr müsst ein bisschen lauter sprechen.
  32. Habt ihr kein Stückchen weiße Seife auf meinem Tisch gefunden?
  33. Sein Bruder will sich zwei schöne neue Häuser in eurem Garten bauen.
  34. Das Wort kam ihm von Herzen.
  35. Das war recht von ihnen!
  36. Was sitzen da für Vögelchen oben auf dem Mäuerchen?
  37. Die Bauern hatten fünf Ochsen und neun Kühe und zwölf Schäfchen vor das Dorf gebracht, die wollten sie verkaufen.
  38. Die Leute sind heute alle draußen auf dem Felde und mähen.
  39. Geh nur, der braune Hund tut dir nichts.
  40. Ich bin mit den Leuten da hinten über die Wiese ins Korn gefahren.
  41. Wartet nur, die Kerle werden euch übers Ohr hauen.
  42. Fernsehen ist eine gute Sache, hat meine liebe Oma immer gesagt.
  43. Die Blumen blühen schon längst, und trotzdem fing es gestern wieder an zu schneien.
  44. Zu Mittag setzte sich der Lehrling gern auf den Stuhl bei der Tür und aß sein Brot mit Blutwurst.
  45. Das Krähen von eurem Hahn stört die müden Frauen sehr.

513 Die Transkriptionsregeln sind an die im Projekt „Sprachvariation in Norddeutschland (SiN)“ verwendeten Transkriptionskonventionen für hochdeutsche Sprachlagen angelehnt, zu Leitlinien dieser Transkription vgl. Elmentaler / Rosenberg (2015 a: 73).

514 Die Transkriptionskonventionen orientieren sich mit einigen Modifikationen an den Orthographieregeln, die Herrmann-Winter (1999: 11–12) für die literarische Umschrift des mecklenburgischen Niederdeutsch aufgestellt hat.

515 Der semasiologische Fragebogen wird hier verkleinert und in veränderter Schrifttype wiedergegeben. Zur Verwendung dieses Fragebogens im Zusammenhang meiner Untersuchung vgl. Abschnitte 2.1.4 und 4.1.1.

516 Die standarddeutsche Vorlage für die Übersetzung in den Basisdialekt wird hier verkleinert und in veränderter Schrifttype wiedergegeben. Zur Verwendung der Wenkersätze im Rahmen dieser Untersuchung vgl. Abschnitt 2.1.5.